Wahrscheinlich können in Zukunft noch größere Containerschiffe in den Hamburger Hafen fahren. Nach viereinhalb Jahren hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine Entscheidung zur Elbvertiefung gefällt: Größtenteils grünes Licht, aber Nachbesserungsbedarf beim Planfeststellungsbeschluss.

Für mehrere hundert Millionen Euro soll die Fahrrinne der Elbe noch breiter und noch tiefer ausgebaggert werden. Die Befürworter der Pläne - der Hamburger Senat, die Reeder und die Hafenwirtschaft - sind davon überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Hamburg den Ausbau braucht, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Die Umweltverbände Bund und Nabu hatten dagegen geklagt.

"Die Flora und Fauna der Elbe wird leiden, darüber sind sich alle Parteien einig."
Axel Schröder, Deutschlandradio-Landeskorrespondent in Hamburg

Die Umweltverbände fürchten um die Umwelt: Dazu gehört etwa der Schierlings-Wasserfenchel, eine kleine Pflanze, die es nur noch im Bereich der Tideelbe gibt, wo sich Süß- und Salzwasser mischen. Außerdem würden die Fische leiden, zum Beispiel Finte und Stinte - und damit auch die Möwen-Kolonien. Die Fische und Pflanzen bei einer derartigen Maßnahme wirklich nachhaltig zu schützen, sei eigentlich kaum möglich, sagt Axel Schröder, Deutschlandradio-Landeskorrespondent in Hamburg.

Pläne zum großen Teil gebilligt

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist den Befürwortern der Elbvertiefung mit seinem Urteil zwar entgegengekommen - die Pläne wurden zum großen Teil erlaubt. Gleichzeitig bemängelten die Richter aber den Planfeststellungsbeschluss - und verpflichteten die Behörden hier zu Nachbesserungen.

Das Gericht hatte vor allem an den Vorhaben zur Anpassung der Fahrrinne etwas auszusetzen, gegen die die Umweltverbände geklagt hatten. Konkret ging es um Schutzmaßnahmen für eine Pflanzenart. Die rechtlichen Mängel könnten aber noch nachträglich behoben werden, so das Gericht. Der Planfeststellungsbeschluss werde dadurch nicht aufgehoben.

"Die Elbe soll einen Meter tiefer werden. Von 13,5 auf 14,5 Meter."
Axel Schröder, Deutschlandradio-Landeskorrespondent in Hamburg

An manchen Stellen wäre die Elbe dann noch tiefer: 17, 18, 20 Meter an bestimmten Stellen, erklärt Schröder. Er glaubt zwar, dass die Schiffe dann einfacher nach Hamburg kommen. Vollbeladen kämen sie aber auch nach der Elbvertiefung nicht in den Hafen, sie müssten dann also trotzdem auf der Flutwelle nach Hamburg rein- und auch wieder rausfahren. Ruhe wäre nach der Elbvertiefung also nicht angesagt.

"Eventuell werden die Container-Frachter ja auch noch größer in Zukunft. Dann müsste man schon wieder buddeln."
Axel Schröder, Deutschlandradio-Landeskorrespondent in Hamburg

Bisher laden die großen Frachter Teile ihrer Ladung in Amsterdam und vor allem Rotterdam ab und fahren dann leichter nach Hamburg weiter.