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Ob es um Sex geht oder eine Stunde alleine auf der Couch: Wir sollten unsere Bedürfnisse kennen und entsprechend Grenzen setzen. Auch in der Partnerschaft. Denn Grenzen sind wichtig, um glücklich zu sein, sagt die Psychologin und Paartherapeutin Anna Wilitzki.

"Grenzen sind wichtig, damit wir uns individuell zeigen", sagt die Psychologin und Paartherapeutin Anna Wilitzki. Denn: Zeigen wir dem anderen keine Grenzen, wird unsere eigene Frustrationsschwelle immer höher.

Dass wir manchmal gar nicht merken, dass unsere eigenen Grenzen überschritten werden, könnte in unserer Kindheit begründet liegen, meint die Expertin. Dann nämlich, wenn die eigenen Eltern unser kindliches "Nein" nicht respektiert hätten - à la "Aber große Mädchen und große Jungs machen das." Ein Glaubenssatz, der sich bis zum Erwachsenenalter in uns festsetzt.

"Als Kinder haben wir dann natürlich das Gefühl, dass es an uns liegt."
Anna Wilitzki, Psychologin und Paartherapeutin

Das Grenzen-Bewusstsein


Aber wie werden wir uns über die eigenen Grenzen bewusst? Laut Anna Wilitzki braucht es dafür zunächst eine "gute Selbstwahrnehmung". Es sei besonders wichtig zu wissen, was wir mögen und nicht mögen. Dabei sollten wir unsere Emotionen nicht herunterspielen.

"Emotionen sind der stärkste Indikator für das Wahrnehmen von Grenzen."
Anna Wilitzki, Psychologin und Paartherapeutin

Der Experten-Tipp: Wenn wir uns verletzt, ängstlich oder hilflos fühlen, sollten wir das dem Partner offen kommunizieren. "Wenn wir das ignorieren, hat unser Partner oder unsere Partnerin keine Chance wahrzunehmen, was die Grenze war und die dann auch einzuhalten."

Nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen

Und wenn sich der eine nun doch nicht traut, Kritik am anderen und seine eigenen Grenzen zu kommunizieren? Dann darf er darin durchaus unterstützt werden. Am besten durch "empathisches Vermuten", rät Anna Wilitzki das. Das funktioniert dann mit gezielten Fragen etwa so: "Fühlt sich das gerade für dich vielleicht nicht so gut an?"

Dennoch rät Anna Wilitzki, mit dem Grenzenziehen nicht zu lange zu warten. Denn oft kommt der andere eben nicht von alleine darauf, was uns gerade stört oder fehlt. Egal ob eine Stunde Ruhe, eine sexuelle Vorliebe oder sportliches Hobby: Um dem Partner oder der Partnerin nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte das eigene Bedürfnis behutsam begründet werden. Etwa damit, dass man sich durch dessen Erfüllung selbst Energie schöpft, die man dann wieder in die gemeinsame Beziehung stecken kann.

"Man sollte sich nicht erklären, sondern beschreiben, woher das Bedürfnis kommt."
Anna Wilitzki, Psychologin und Paartherapeutin

Laut Anna Wilitzki sollten wir also zu unseren Grenzen stehen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse des anderen eingehen.

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