Speiseöl, Eier, Wurstwaren und Brot – all das ist im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Die Rezepteentwicklerin und Profi-Köchin Julia Floss zeigt, wie wir mit kleinem Budget tolle Gerichte hinbekommen können.

Viele Lebensmittel sind teurer geworden: Speiseöl kostet bis zu 50 Prozent mehr als im Vorjahr, Eier fast 30 Prozent und Brot und Wurstwaren rund 20 Prozent mehr.

Wir haben der Deutschlandfunk-Nova-Foodexpertin Julia Floss eine Aufgabe gestellt: Sie sollte sich drei Rezepte für Gerichte überlegen, die im Einkauf pro Portion nicht mehr als drei Euro kosten. Die extra Challenge: Ein Gericht sollte vegan/vegetarisch sein, eines bio und das dritte mit Fleisch.

Auf Fleisch wollte Julia Floss aber lieber komplett verzichten, denn sogenanntes Billigfleisch kommt bei ihr aus Prinzip nicht in die Pfanne. Sie verzichtet entweder ganz darauf oder gibt etwas mehr Geld dafür aus, damit es eine gute Qualität hat.

"Ehrlich gesagt war es gar nicht so schlimm, wie ich es erwartet hatte: Man kann auf jeden Fall gut und günstig kochen."
Julia Floss, Rezepteenticklerin und ausgebildete Profi-Köchin

Ein Tipp vorab: Die Rezepteentwicklerin empfiehlt, am besten regional und saisonal zu kochen, um möglichst günstig einkaufen zu können. Beispielsweise im Winter keine Zucchini und Tomaten zu verarbeiten, die "zweimal um den Erdball geschickt werden", wie die ausgebildete Köchin sagt.

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Foodchallenge 1: "Kartoffel-Möhren-Eintopf mit Veggie-Würstchen"

Pro Portion hat Julia Floss für dieses Rezept 1,74 Euro ausgegeben. Ohne Würstchen kostet dieses Gericht nur 0,73 Euro. Je nach Zutat, die man abändert, wie beispielsweise Bio-Butter oder einer Prise geriebener Muskatnuss, wird das Rezept nur um einige Cent teurer, passt aber immer noch in das vorgegebene Budget von drei Euro.

Eigentlich hatte die Rezepteentwicklerin angenommen, dass die Würstchen zu teuer für ihr Budget sein würden, das waren sie aber nicht. Julia hat dieses Rezept in einer vegetarischen Variante gekocht. Mit den entsprechenden Zutaten lässt es sich auch leicht in ein veganes Gericht umwandeln.

Julias Rezept für ihren "Kartoffel-Möhren-Eintopf mit Veggie-Würstchen"

Zutaten für 3 Portionen

  • 1 Zwiebel
  • 350 g Möhren
  • 500 g Kartoffeln
  • 1 EL Sonnenblumenöl (alternativ 20 g Butter)
  • 400 ml Wasser (alternativ Gemüsebrühe)
  • 2 TL Salz (wenn Brühe verwendet wird nur 1 TL)
  • 1 EL Liebstöckel, gerebelt
  • 1 Lorbeerblatt
  • ½ TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 200 g Veggie-Wienerwürstchen
  • 3 TL Senf

Zubereitung:

Gemüse schälen und würfeln. Zwiebeln in Öl oder Butter andünsten. Das restliche Gemüse dazugeben und mit Wasser (oder Brühe) aufgießen. Gewürze dazugeben und mit angelehntem Deckel 25 Minuten köcheln lassen. Wenn das Gemüse weich ist, den Eintopf mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen, dann bekommt er eine schöne Bindung. Abschmecken. Die Würstchen im heißen Eintopf warm ziehen lassen und mit Senf servieren.

"Das sieht sehr, sehr lecker aus. Bei dem Geschmack muss ich sagen: Für den Preis musstest du nicht wirklich Abstriche machen."
Paulus Müller, Deutschlandfunk-Nova-Moderator

Foodchallenge 2: "Cremige Kürbis-Pasta mit Parmesan"

Alle Milchprodukte, die Julia Floss für dieses Gericht verwendet hat, sind Bio-zertifiziert. In der Regel sind Bio-Lebensmittel teurer als solche, die kein Zertifikat besitzen. Das heißt, der Schwierigkeitsgrad für die Challenge, das Budget von drei Euro einzuhalten, ist noch etwas höher dadurch.

Die ausgebildete Köchin kredenzt unserem Moderator Paulus Müller ihr Nudelgericht, das pro Portion nur 1,45 Euro gekostet hat. Das heißt, Julia schafft es sogar, weit unter dem Budget von drei Euro zu bleiben, dass wir ihr gegeben hatten. "Das ist wirklich wahnsinnig gut" findet unser Moderator Paulus dieses Wohlfühlessen für kalte Wintertage, das sich auch leicht nachkochen lässt.

Julias Rezept für ihre "Cremige Kürbis-Pasta mit Parmesan"

Zutaten für 3 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 400 g Hokkaido
  • 40 g Butter
  • 150 ml Wasser (alternativ Gemüsebrühe)
  • 2 TL Salz
  • 1 Lorbeerblatt
  • ¼ TL Muskat
  • ½ TL Pfeffer, schwarz, gemahlen
  • 250 g Nudeln
  • 100 ml Sahne
  • 40 g Parmesan
  • 1 Zweig Petersilie

Zubereitung:

Zwiebel schälen und würfeln. Hokkaido mit Schale würfeln. Butter auslassen und Gemüse darin andünsten. Mit Wasser oder Brühe aufgießen. 1⁄2 TL Salz (wenn Brühe verwendet wird, nur eine Prise), die restlichen Gewürze dazugeben und 12 Minuten köcheln lassen.

Währenddessen Pasta in Salzwasser bissfest kochen. Kürbismischung fein pürieren. Vorher das Lorbeerblatt herausfischen. Kürbissauce mit Sahne aufkochen. Die Nudeln in die Sauce geben und abschmecken. Pasta mit geriebenem Parmesan und gehackter Petersilie servieren. Guten Appetit!

Profi-Tipps um Geld zu sparen:

  • Julia Floss empfiehlt am Wochenende einen Plan für die Gerichte vorzubereiten, die wir während einer Woche kochen möchten. Das hilft dabei, nur so viel einzukaufen, wie wir benötigen, sodass keine Lebensmittel schlecht werden und weggeworfen werden müssen. Sie sagt, keine Nahrungsmittel zu verschwenden, hilft auch, Geld zu sparen.
  • Die Rezepteentwicklerin rät außerdem zu günstigen Lebensmitteln, die die Grundlage eines Gerichtes bilden können: Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis, Nudeln und saisonales Gemüse. Im Winter empfiehlt sie zum Beispiel Kohl, Wirsing, Grünkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Kürbis, Äpfel und Birnen.
"Es wird nichts weggeschmissen und das macht jedes Gericht günstiger."
Julia Floss, ausgebildete Köchin
  • Moderation:  Paulus Müller
  • Gesprächspartnerin:  Julia Floss, Rezepteentwicklerin und ausgebildete Profi-Köchin