Es soll lecker schmecken, aber kein Fast Food sein: In Berlin könnt ihr über eine App Hausgemachtes aus privaten Küchen bestellen und mitnehmen. Sowohl Profis als auch Hobbyköche bieten ihre hausgemachten Kreationen darüber an.

Manchmal ist der Tag einfach zu kurz oder der Job so durchgetaktet, dass ihr abends zu k. o. seid oder einfach nicht die Zeit findet, euch noch an den Herd zu stellen. Oder ihr habt schon alle Lieferangebote aus eurer Umgebung ausprobiert und wollt mal etwas Neues ausprobieren.

Vielleicht könnt ihr Pizza, Burger und Co nicht mehr sehen und wollt lieber etwas Leckeres, Deftiges und am besten Hausgemachtes.

Hausgemachtes Essen to go

Neben den konventionellen Lieferdiensten gibt es in Berlin jetzt auch die Möglichkeit über die App "Home Meal" sich von privaten Köchen verköstigen zu lassen. Dafür gebt ihr eine Bestellung auf und holt eure Essen dann ab. Zum Beispiel bei Clara Giacomini. Die ausgebildete Köchin ist 2020 von Norditalien nach Berlin gezogen. Sie hatte ein Jobangebot als Köchin in einem Restaurant. Als der Corona-Lockdown kam, verlor sie diesen Job wieder.

"Auf der einen Seite braucht man die Gewerbeanmeldung, so wissen die Ämter, wo die Köche wohnen und auf der anderen Seite muss in den privaten Räumen eine strikte Trennung zwischen privaten und gewerblichen Lebensmittelkreisläufen existieren."
Martin Schmidt, Mitgründer von "Home Meal"

Clara Giacominis Spezialität sind vegane Gerichte. Beispielsweise eine vegane Linsen-Lasagne, die unser Reporter Manfred Götzke bestellt hat und bei Clara zu Hause abholt. Die Köchin war sich zunächst nicht sicher, ob ihr Essen bei den Nutzerinnen und Nutzern der App gut ankommen würde.

Um überhaupt ihr Essen über diesen Bestellservice anbieten zu können, musste Köchin Clara einige Auflagen erfüllen. Sie benötigte einen Gewerbeschein, ein Gesundheitszeugnis und musste sich einen zweiten Kühlschrank anschaffen. Für die von zu Hause aus arbeitende Gastronomin viel Papierkram, aber insgesamt kein Problem, alle Voraussetzungen zu erfüllen. Auf der App hat sie ein Profil, auf dem sie ihre Gerichte präsentiert.

"Mit der App konnte ich weiter arbeiten als vegane Köchin. Am Anfang war es noch ein bisschen komisch, weil ich noch nicht so genau wusste, wie meine Gerichte hier ankommen, was gut funktioniert und was nicht."
Clara Giacomini, ausgebildete Köchin, die Hausgemachtes über eine App anbietet

Inzwischen kocht Clara zehn bis 20 Gerichte pro Tag. Die Hauptgerichte kosten bei ihr um die zehn Euro. Viele ihrer Kunden wohnen in ihrer Nähe und bestellen regelmäßig, einige von ihnen sogar mehrmals die Woche.

Für die Köchin ist es praktisch von zu Hause aus Gerichte anzubieten, weil sie sich dadurch ihre Arbeitszeit flexibel einteilen kann, sagt sie unserem Reporter.

Bisher gibt es diesen Bestellservice nur in Berlin. Die Gründer planen, das Angebot künftig durch einen Lieferservice zu erweitern.