Liegt es am Dackelblick? DRadio-Wissen-Autorin Magdalena Bienert versucht, für uns herauszufinden, warum der Dackel gerade so beliebt ist - vor allem auch bei Berliner Hipstern.

Dackel - das sind doch eigentlich diese kleinen wurstförmigen Hunde, die ältere Damen im grünen Lodenmantel mit Hirschhornknöpfen zum Einkaufen begleiten oder die dem Jäger im Wald behilflich sind. Deutsche 70er-Jahre-Spießigkeit lässt grüßen. Doch genau das hat sich grundlegend geändert: Im Moment hat der Dackel den Mops und die Französische Bulldogge auf der Liste der beliebtesten Hunde abgelöst und zieht Berliner Hipster an der Leine hinter sich her.

"Sie sind wahnsinnig treu, unglaublich süß und verrückt. Und der berühmte Dackelblick... wenn einen ein Dackel so anschaut, schmilzt man einfach dahin."

In der Posh-Teckel-Bar gibt es alles, was Dackelfans gefallen könnte: vom Nussknacker über Garderobenhaken bis zur Bank in lang gestreckter Dackelform - alles dabei. Einmal im Monat treffen sich Dackelbesitzer mit ihren Hunden vor der Tür. Dabei zeigt sich: Rauhaar und Langhaar sind eher out, kurzhaarig muss er sein, so wie die kleine Kaninchendackeldame Millie, die zu Stefan gehört. Der stellt fest, dass er - seit er einen eigenen Dackel hat - überall diese kurzbeinigen Hunde sieht.

"Klar sieht er ein bisschen komisch aus, aber er kann wenigstens normal atmen, hat 'ne normale Schnauze. Man erkennt den Hund noch."
Stefan, Dackelbesitzer

Im Berliner Stadtteil Wilmersdorf gibt es den Deutschen Teckelclub Berlin-Brandenburg. Marion Michelet ist die Vorsitzende. Sie sagt, der Dackel sei nie verschwunden gewesen: "Er ist immer noch nach dem Deutschen Schäferhund im Zuchtbuch an zweiter Stelle." 6000 bis 7000 Würfe werden jedes Jahr in diesem Zuchtbuch registriert. Und diese ganzen Dackelwelpen müssen natürlich auch irgendwo bleiben.

Außerdem ist der Dackel großstadttauglich. Allein schon wegen seiner Größe. Und aber auch aufgrund seiner Gestalt. Die ist momentan dermaßen angesagt, dass Dackelprints nicht nur auf Klamotten oder Regenschirmen zu finden sind, sondern auch auf Kissen, Bildern oder Sofabezügen.

"Mit seinem Format kann man ihn gut mit in die U-Bahn nehmen. Man gut mit ihm verreisen, kann ihm viel beibringen. Es ist kein Problem, dass der mal ruhig für ein paar Stunden in einer Tasche sitzt."
Judith Schmidt, Inhaberin der Bar "Posh Teckel"