Vor ungefähr zehn Jahren erlebte das Thema Homeoffice seinen Aufbruch. Mit der Digitalisierung arbeiten viele in Zukunft von zu Hause aus, lautete die Prognose. Heute arbeiten die wenigsten regelmäßig von zu Hause aus. Dabei könnten Unternehmen mit diesem Modell viel Geld einsparen.

Homeoffice – für unseren Reporter Timo Nicolas heißt das: In keine überfüllte S-Bahn steigen, sondern erst mal Kaffee kochen, das Radio anschalten, ab auf die Couch und den Laptop aufklappen. Ein kleines bisschen fühlt sich das schon nach Wochenende an, gibt er zu.

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Homeoffice war vor Jahren mal das Buzzword für die neue Arbeitswelt. Doch die immer noch knallvollen Pendlerzüge in den Großstädten zeigen, dass da noch Luft nach oben ist. Auch wenn sich nicht jeder Job fürs Homeoffice eignet - für Handwerker beispielsweise fällt dieses Modell natürlich flach.

Homeoffice braucht Struktur

Wer aber von zu Hause aus arbeiten kann, sollte sich darauf auf jeden Fall gut vorbereiten, rät Frank Berzbach, der zu Themen wie Arbeitspsychologie und New Work publiziert. Es helfe, eine klare Struktur zu schaffen und sich unter anderem folgende Fragen zu stellen: Wann fange ich an? Wann mache ich Pause und wann Feierabend?

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Außerdem sei es wichtig, stets an einem ähnlichen Ort zu arbeiten. So könne die Psyche besser zwischen Freizeit und Arbeit unterscheiden, sagt Frank Berzbach. Ein einfacher Trick: Morgens eine Runde um den Block oder zum Bäcker gehen, um dann die eigene Wohnung als Büro zu betreten.

"Man sollte versuchen, immer an einem ähnlichen Ort zu arbeiten, damit die Psyche lernt: Hier ist jetzt Arbeit."
Frank Berzbach, Publizist

Die Trennung zwischen Freizeit und Job fällt schwerer, wenn wir keinen Arbeitsweg haben. Auch lassen wir uns im Homeoffice leichter von Dingen ablenken. Timo zumindest geht es so. Was er auch feststellt: Statt auf Zuruf Dinge zu besprechen, muss er jetzt seine Kolleginnen und Kollegen anrufen oder Mails schreiben. Nervig. Und auch der nette Plausch am Kaffeeautomaten entfällt.

Homeoffice immer noch die Ausnahme

Tatsächlich hätten gemeinsame Mittagspausen und informelle Kontakte in Unternehmen ein hohes Potenzial, sagt Frank Berzbach. Homeoffice könne zu Lasten des Informationsflusses gehen. Deswegen sei es wichtig, je nach Aufgabe sehr genau abzuwägen, ob ein Arbeiten im Homeoffice sinnvoll sei oder nicht, so der Experte.

"Der Informationsfluss wird natürlich schlechter. Da muss man sehr genau gucken: Was sind die Aufgaben und wann ist Homeoffice angesagt?"
Frank Berzbach, Publizist

Der Anteil von Menschen, die in Deutschland von zu Hause aus arbeiten können, steigt zwar jährlich, doch entwickelt sich das Modell insgesamt recht langsam. Aktuell bieten etwa ein Viertel aller Unternehmen Homeoffice für ihre Mitarbeiter an, so eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Wobei die meisten Mitarbeiter nur einige Stunden pro Woche von zu Hause arbeiten.

Homeoffice als Rationalisierungsmaßnahme

Die Kurve könnte weiter nach oben gehen, sagt der Trendforscher Peter Wippermann – auch, weil Unternehmen dadurch Geld sparen können. Es gebe eine Rationalisierung in der Arbeitswelt, Arbeitnehmer würden beispielsweise mit weniger Quadratmeter berechnet, die Zunahme von Großraumbüros spiegele diese Entwicklung wider. Mit dem Homeoffice bringe der Arbeitnehmer Raum, Infrastruktur, Heizung, Wasser, Sanitärräume und digitale Geräte selber mit.