Wir sind nicht allein in unserem Bett: Haut, Schweiß und Mikroorganismen umgeben uns. Aber können die uns krank machen, wenn wir nicht oft genug Bettwäsche und Schlafanzug wechseln?
Wenn wir uns ins kuschelige, warme Bett legen, dann vergessen wir zum Glück meistens, wer und was es sich dort noch gemütlich gemacht hat.
Von Hautschuppen und Hausstaubmilben
"Im Prinzip findet man all das, was man auch bei uns auf der Haut findet", sagt der Mikrobiologe und Hygiene-Experte Dirk Bockmühl. Wenn wir morgens aufwachen, haben wir einige Stunden im Bett gelegen: Alle Hautbakterien sind dann natürlich auch im Bett.
"Wenn ich im Bett liege, habe ich meine Hautflora, die Bakterien, die im Wesentlichen auf der Haut wohnen, nachher natürlich auch im Bett."
Während der Nacht verlieren wir Haut – genauer gesagt: abgestorbene Hautschuppen.
Der Körper erneuert nämlich ständig die äußerste Hautschicht, erklärt Dirk Bockmühl. Dadurch komme einiges an Hautschuppen zusammen. "Das können schon über die Zeit ein paar Gramm werden", so der Mikrobiologe.
"Die Hornschicht regeneriert sich etwa einmal im Monat, das ist die Daumenregel. Da kann man sich in etwa vorstellen, wie viel da im Bett landet."
All das, was da in unseren Betten landet, sehen wir mit dem bloßen Auge nicht. Und: Es ist für uns Menschen auch nicht bedenklich.
Hautschuppen im Bett: kein Grund zur Sorge
Die Hautschuppen sind jedoch ein willkommenes Fressen für Hausstaubmilben. Die sind jedoch kein Grund zur Sorge. "Die tun mir eigentlich nichts, außer, dass sie möglicherweise Allergien auslösen", sagt Dirk Bockmühl.
"Aber wenn ich jetzt sage, da sind hunderte Milben in meinem Bett, was durchaus eine vernünftige Zahl ist, muss man sich keine großen Sorgen machen."
Aber gibt es doch eine kritische Menge von Milben, ab der wir uns Sorgen machen müssen? Ab der uns all diese "Mitbewohner" vielleicht doch schaden können? Diese Grenze, wenn man die denn setzen wolle, sei recht hoch, sagt Dirk Bockmühl.
"Tatsächlich ist es unfassbar schwierig, sich aus dem eigenen Bett anzustecken. Krankheiten übertragen über das Bett kann man zwar, aber das ist sehr unwahrscheinlich."
Es ist zum Beispiel möglich, sich mit einer Durchfallerkrankung anzustecken, wenn man über das Bett mit Körperflüssigkeiten eines*r Bettpartner*in in Kontakt kommt. Aber wir werden nicht krank, nur weil wir vielleicht unsere Bettwäsche ein paar Wochen zu lang auf dem Bett lassen.
Wie man seine Bettwäsche so wäscht, dass darin keine Keime haften bleiben – und von was Dirk Bockmühl abrät, wenn man es im Bett hygienisch haben will – darum geht es in dieser Folge Über Schlafen.
Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.
- Was lebt in unseren Betten?
- Gefahr für die Gesundheit?
- Hygiene und Schlafqualität
- Mythencheck: Bettwäsche immer bei 60 Grad waschen?
- Bettwäsche wechseln: Wie oft?
- Wo sich Schlafhygiene und Hygiene treffen
- Haustiere im Bett
- Zu viel Hygiene - auch ein Problem?
- Tipps aus der Forschung
