Taschentücher, WC-Papier und Küchenrolle werden teuer. Einer von mehreren Gründen: In Behörden werden zu wenig Akten geschreddert.

Für Papier-Produkte wie Zeitungen und Bücher benötigen Hersteller vor allem Altpapier. "Wir haben eine Altpapier-Einsatz-Quote von 79 Prozent", erklärt Gregor Geiger vom Verband der deutschen Papierindustrie. Bei Hygienepapier wie Küchenrolle und Klopapier sieht das Verhältnis etwas anders aus: Es besteht ungefähr zur Hälfte aus Altpapier, die andere Hälfte besteht aus Primärfasern, aus Zellstoff.

"Der wichtigste Papier-Rohstoff in Deutschland ist Altpapier."
Gregor Geiger, Verband der Papierindustrie

Der Zellstoff, den Hersteller für Hygienepapier benötigen, ist derzeit knapp. Ein Grund dafür ist die hohe Nachfrage Chinas. "Die dominieren den Weltmarkt und treiben damit auch die Preise für den Zellstoff nach oben", so Gregor Geiger.

Der Zellstoff, um den es dabei geht, ist Kurzfaserzellstoff aus Eukalyptus. Dieser Zellstoff wird unter anderem auch für Druckpapier und feines Papier verwendet.

Weniger Altpapier durch Lockdown

Auch an Altpapier gibt es derzeit nicht so viel wie früher. "Durch den letzten Lockdown haben wir da deutlich weniger", sagt Gregor Geiger, "weil in den Büros weniger kopiert worden ist oder in den Behörden weniger Akten angelegt und auch wieder vernichtet wurden."

Neben Altpapiermangel und der gestiegenen Nachfrage aus China nennt die Papierbranche einen weiteren Grund, der zurzeit viel zu hören ist: Allgemein gestiegene Preise, etwa für Energie, Logistik und Transport. Manche Betriebe müssen zudem eine CO2-Abgabe bezahlen.

Es wird damit gerechnet, dass Klopapier demnächst bis zu 20 Prozent teurer werden könnte.

"Die Hersteller müssen das weitergeben, wenn sie noch wirtschaftlich arbeiten wollen."
Gregor Geiger, Verband der Papierindustrie