Freedom 251 - so heißt das billigste Smartphone der Welt. Es kommt aus Indien und heute wurde es - nach langem Warten - vorgestellt. Aber anfassen durften es die Journalisten noch nicht.

Die indische Firma Ringing Bells hat heute mehrere Produkte vorgestellt. Darunter ein HD-Fernseher für umgerechnet 130 Euro, mehrere Handys für umgerechnet 15 Euro und dann eben auch das Freedom 251 für etwas mehr als drei Euro, das bereits im Februar angekündigt wurde.

Mit Apps will die Firma Geld verdienen

Allerdings: Niemand durfte es anfassen oder ausprobieren. Unsere Korrespondentin Silke Diettrich war heute bei der Präsentation und sagt: "Von weitem sah es ganz gewöhnlich aus." Es soll Wifi-fähig und 3G-fähig sein, 8GB Speicherplatz haben, Nutzer sollen Musik abspielen und Mails empfangen können. Es soll demnächst auch Apps geben, mit denen die Firma Geld verdienen will. Soweit die Versprechungen. Was davon wirklich eingehalten wird, kann bisher noch niemand prüfen. Am Freitag sollen die ersten 5000 Smartphones verschickt werden.

"Von weitem sah es ganz gewöhnlich aus."
Silke Diettrich, Korrespondentin in Indien

Die Erwartungen an das Billig-Smartphone in Indien sind groß: Jeder Händler auf der Straße hat schon darüber gesprochen, jeder hat inzwischen von diesem Smartphone gehört und kennt vermutlich auch die Firma Ringing Bell.

Bisher hat schätzungsweise jeder sechste Inder ein internetfähiges Handy. 400 Millionen Inder leben am Tag von weniger als einem Euro. Die müssten zwar auf so ein Smartphone sparen, aber es rückt für sie näher aus utopischen Sphären an ihre Lebenswirklichkeit.

Die indische Firma Ringing Bell hat heute ein Smartphone für umgerechnet drei Euro vorgestellt - das Freedom 251.
© dpa
Die indische Firma Ringing Bell hat heute ein Smartphone für umgerechnet drei Euro vorgestellt - das Freedom 251.

Das Unternehmen Ringing Bell kannte bisher niemand wirklich´und erst Recht wurden sie nicht mit Mobilfunk in Verbindung gebracht. Die Familie des Gründers hatte bisher jahrzehntelang mit Trockenfrüchten gehandelt. Aber dann hatte die Familie eines Tages eine Vision: Jeder noch so arme Inder oder arme Mensch auf der Welt soll irgendwann Zugang zum Internet haben. Und - sollten sie jemals mit dem Handy Gewinn machen - möchte die Familie auch noch 95 Prozent des Gewinns für wohltätige Zwecke ausgeben.

Zweifelhafte Pläne

Bisher hat das Smartphone aber eher große Fragezeichen hinterlassen. Eventuell ging es zunächst nur einmal darum, den Namen Ringing Bell bekannt zu machen. Ob es auch wirklich funktioniert und ob es jemals auf den Markt kommt - das wird im Moment noch von Vielen bezweifelt.