Der Skandal um die Misshandlungen von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen, die katastrophale Situation der Flüchtlinge in Bayern - das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber beschäftigt uns seit einiger Zeit. Und je mehr wir darüber erfahren, wie viele Menschen in Deutschland leben müssen, die ihre Heimat verlassen mussten, desto mehr fragen sich viele von uns: was kann ich tun.

Flüchtlinge in der eigenen Wohnung willkommen heißen

Jeder kann etwas tun: einen Flüchtling bei sich aufnehmen zum Beispiel. Alles was man braucht: eine Wohngemeinschaft mit einem freien Zimmer. Das Projekt Flüchtlinge Willkommen will leere WG-Zimmer an Flüchtlinge vermitteln. Die Idee ist denkbar einfach: Menschen, die bereit dazu sind, einem Flüchtling zu helfen, registrieren sich auf dem Portal. Wenn sie einen einen Flüchtling vermittelt bekommen, findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt. Wenn beide Seiten sich das gemeinsame Wohnen vorstellen können, wird alles weiter in die Wege geleitet. So kann ein Flüchtling in einem guten sozialen Umfeld in seinem eigenen Zimmer leben, statt in der Massenunterkunft.

"Bisher ist noch kein Flüchtling in eine WG eingezogen, aber es haben sich viele WGs registriert und auch schon Flüchtlinge haben sich gemeldet."
Mareike Geiling, Initiative Flüchtlinge Willkommen

Mikro-Spenden aus dem Bekanntenkreis

Zwar sind bisher noch keine Flüchtlinge in Wohngemeinschaften eingezogen, aber bis zum Ende des Jahres, soll das erste Zimmer in Berlin bereit stehen, sagt Mareike Geiling, Mitinitiatorin des Projekts. Das Team von "Flüchtlinge Willkommen" kümmert sich auch darum, die Kosten für das Zimmer von Behörden erstattet zu bekommen. In Bundesländern, wo das nicht möglich ist, könnten kleine Spenden aus dem Freundes und Verwandtenkreis die Kosten für das Zimmer tragen. Es soll natürlich auch immer mit den Behörden und den Hilfsorganisationen zusammengearbeitet werden, die sich bisher um den Flüchtling gekümmert haben, um eine gute Betreuung zu sichern.

"40 Prozent der Flüchtlinge in Köln sind Kinder oder Jugendliche."
Marita Bosbach, Deutsches Rotes Kreuz aus Köln

Hilfe in Heimen willkommen

Aber auch Flüchtlingen in Heimen kann man helfen, sagt Marita Bosbach vom Deutschen Roten Kreuz im Interview. Egal ob Sachspenden oder auch ehrenamtliche Mitarbeit - der Bedarf an Unterstützung ist groß. Es werden immer Menschen gebraucht, die die Flüchtlinge bei Behördengängen oder zum Arzt begleiten. Großer Mangel herrscht insbesondere bei Kindersachen: "40 Prozent der Flüchtlinge in Köln sind Kinder oder Jugendliche" , sagt Marita Bosbach vom Deuten Roten Kreuz. Für die fehlt es an Spielzeug und an warmer Winterkleidung. Allerdings sollte man eine Spende immer voranmelden und nicht einfach so vorbeikommen.

Marita Bosbach, Deutsches Rotes Kreuz aus Köln
Was tun, wenn man helfen möchte?