Kühlpads, Creme oder gar Hitze? Es gibt Hilfe, wenn uns nach einem Grillabend am See juckende Mückenstiche in den Wahnsinn treiben.

Meist merken wir erst, wenn es anfängt zu jucken und zu brennen, dass uns eine Mücke gestochen hat. Was passiert in dem Moment? Nach dem Einstich sondert die Stechmücke ein Speichelsekret ab, darin sind Eiweiße enthalten, die unsere Blutgerinnung hemmen. Und diese Proteine sind auch dafür verantwortlich, dass der Stich anschwillt und zu jucken beginnt. Ein Tipp: Etwas Heißes draufhalten. Dann gerinnt das Eiweiß und das Jucken, beziehungsweise die Schwellung lässt nach.

"Allerdings ist das auch ein schmerzhafter Akt, weil da muss schon eine ordentliche Portion Hitze drauf gegeben werden."
Norbert Becker, Mückenforscher an Heidelberg

Der Stich und die anschließende Quaddel sind eine kleine Entzündung - aus der Sicht der Mücke ist das praktisch, weil sie so besser das Blut saugen kann. Um den Juckreiz zu lindern kann Kühlung nicht schaden, gegen die Schwellung hilft Kaltes allerdings nicht.

Niemals kratzen!

Was wir auf keinen Fall tun sollten: Kratzen. "Weil bei dem Kratzeffekt auch Sekundärinfektionen entstehen können, es werden Bakterien in die Wunde eingerieben, dadurch kann sie sich auch empfindlich entzünden", sagt Norbert Becker. Der Mückenforscher rät eine Creme oder ein anderes Anti-Histamin-Produkt zu nehmen, damit der Stich abschwillt.

Das hilft gegen Mücken und ihre Stiche:

  • Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt
  • Repellents und Anti-Mückenmittel, mit denen wir uns einsprühen können
  • Anti-Histamin-Produkte - nach dem Stich
  • eventuell etwas Heißes, das wir auf den Stich drücken, damit er abschwillt
  • Kühlendes, um den Juckreiz zu lindern
"Das Duftbouquet eines jeden Menschen ist unterschiedlich. Wenn Sie heißblütig sind und schwitzen, sind Sie attraktiver für eine Mücke, als wenn Sie kaltblütig sind."
Norbert Becker, Mückenforscher

Die Mücken werden übrigens durch Geruch angelockt. Sie riechen zum Beispiel unseren Schweiß. Dennoch habe Duschen keine präventive Wirkung, sagt der Mückenforscher, denn die Plagegeister riechen auch unseren Atem und andere Duftkomponenten, die wir absondern. Und die lassen sich nicht allesamt durch eine gründliche Dusche entfernen.

Das hilft nicht:

  • Duftkerzen und Anti-Mücken-Spiralen im Freien
  • Essig auf den Stich schmieren
  • Kratzen
  • viel Alkohol trinken (naja, eventuell rückt das Jucken dadurch kurzfristig in den Hintergrund)
  • Knoblauch essen