• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Mit ihren Kopfaugen, der Stupsnase und dem zufriedenen Lächeln werden sie auf Social Media als die niedlichsten Tiere der Welt gefeiert, doch sie sind auch vom Aussterben bedroht: Quokkas.

Als niederländische Segler im 17. Jahrhundert an einer kleinen Insel vor Perth an der australischen Küste vorbeikamen, hielten sie die Quokkas fälschlicherweise für Ratten. Demnach nannten sie die Insel "Rattennest-Insel".

Heute ist das katzengroßen Beuteltier wohl eins der beliebtesten Tiere, die für ein Selfie für Social Media herhalten müssen.

Ein Schnappschuss eines Studenten von einem Quokka auf Rottnest Island.
© picture alliance | Campbell Jones | Rottnest Fast Ferries | dpa | Campbell Jones
Ein Schnappschuss eines Studenten von einem Quokka auf Rottnest Island.

Mit dem Kindchenschema auf Instagram

Für ein Foto mit dem lächelnden Quokka kommen jedes Jahr Tausende Touristinnen und Touristen nach Rottnest Island. Mit ihren Kulleraugen, der Stupsnase und dem flauschigen Fell entsprechen die Quokkas ganz dem Kindchenschema: Die meisten Menschen finden sie niedlich.

Zumal die Beuteltiere aus der Familie der Kängurus mit ihrem immer anhaltenden Lächeln zufrieden aussehen. Für ihr Lächeln sorgen die Mundwinkel der Tiere. Die sind bei ihnen nach oben gezogen. Sie können also gar nicht anders als vermeintlich nett schauen, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

"Quokkas sind nicht sonderlich scheu. Manche Quokkas posieren sogar regelrecht für Selfies."
Mario Ludwig, Biologe

Wach bleiben für die Touristen

Wegen des Touristenanstrums auf Rottnest Island haben die Quokkas auch ihre Gewohnheiten umgestellt. Normalerweise sind die Pflanzenfresser nachtaktiv. Weil die Tourist*innen aber tagsüber auf die Insel kommen, bleiben die Tiere in der Zeit wach. Von den Inselbesuchenden bekommen sie nämlich zusätzliches Futter. Werden die Touristinnen und Touristen beim Füttern der Tiere erwischt, müssen sie eine Strafe von 300 australischen Dollar zahlen.

Wenn Quokkas genug haben vom Posieren

Wird den Quokkas das Posieren für die Kamera zu viel oder die Menschen kommen ihnen zu nahe, können sie mit ihren scharfen Zähnen auch beißen. Oder sie kratzen mit ihren Krallen. "In Australien kommen jedes Jahr mehrere Menschen ins Krankenhaus, weil sie einem Quokka zu nah auf den Pelz gerückt sind", sagt der Tierexperte.

Quokkas vom Aussterben bedroht

Ursprünglich lebten viele der Beuteltiere mit den langen Hinterbeinen und kurzen Vorderbeinen auch auf dem Festland von Australien. Weil Siedlerinnen und Siedler aus Europa aber Fressfeinde wie Füchse und Katzen dort einschleppten, hat ihre Zahl auf dem Festland stark abgenommen.

Heute sind die Quokkas vom Aussterben bedroht. Manche von ihnen leben auch jetzt noch im Südwesten des Kontinents. Der Großteil von ihnen ist aber auf den vorgelagerten Inseln wie Rottnest Island zu Hause.