Seit einiger Zeit hat Instagram ein großes Problem mit Sex-Bots. Die Kommentarspalten und Privatnachrichten sind voll von anzüglichen Sprüchen, Auberginen- und Bananen-Emojis. Wir erklären euch, wie ihr den Instagram-Spam so gut es geht vermeiden könnt.

Dubiose Einladungen zu Gruppenchats mit Menschen, die wir gar nicht kennen, oder Kommentare wie "Hilf mir dabei, meine Unterhose zu finden" – Instagram kann gerade richtig nerven, denn seit einiger Zeit wird die Plattform von Sex-Bots überflutet. Das Ziel der Bots: unsere Daten wie Passwörter, E-Mail-Adressen oder Anmeldedaten von Instagram oder Facebook. Deshalb ist das oberste Gebot: Niemals auf die mitgeschickten Links klicken, die zu Anmeldeportalen für beispielsweise angebliche Flirtwebseiten führen.
"Bei so wahllos verschickten Links von Profilen, die sehr freizügige Bilder drin haben, wäre ich eh immer skeptisch, gleiches gilt bei Anfragen zu Gruppenchats."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Und es gibt noch ein paar weitere Dinge, die wir unternehmen können, damit unser Instagram-Account nicht täglich mit Spam-Nachrichten- und Kommentaren überflutet wird.

So unsichtbar wie möglich

Am effektivsten ist es, das Profil für Fremde so unsichtbar wie möglich zu machen, rät Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt. Erstens kann helfen, nicht die beliebten Hashtags wie #instagood, #love oder #followforfollow zu benutzen, denn genau auf diese springen die Bots am meisten an.

"Am besten hilft: Das Profil für Fremde so unsichtbar wie möglich zu machen."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ein Schritt weiter kann man gehen, indem man das eigene Profil auf "privat" stellt und somit die Posts nur noch für die Leute sichtbar macht, denen man erlaubt, einem zu folgen. Wer danach immer noch dubiose Kommentare oder Nachrichten erhält, sollte einmal durch die eigene Followerschaft gehen und eventuell einzelne Profile gezielt blockieren.

Umstellung auf professionelles Profil

Aber natürlich ist Instagram für viele Nutzerinnen und Nutzer auch dafür da, dass so viele Menschen wie möglich die eigenen Bilder oder Storys sehen können. Wer also seinen Account nicht auf "privat" stellen möchte, kann dennoch in den Einstellungen etwas gegen die Sex-Bots tun:
  1. Filter für bestimmte Schlagwörter einrichten: Unter Einstellungen gelangt man über Privatsphäre zu den Kommentaren. Hier kann ein manueller Filter eingerichtet werden und Kommentare mit Wörtern wie "Banane" oder "Unterhose" können gezielt geblockt werden. Oft verwenden die Bots allerdings statt dem Buchstaben A ein @, was das Wort wieder zulässig machen würde.
  2. Benachrichtigungen abschalten: Für die Direktnachrichten gibt es bei einem normalen Nutzerprofil nur die Möglichkeit, die Benachrichtigungen für Gruppenanfragen oder Personen, die einem nicht folgen, abzustellen. Ganz verschwinden die Nachrichtenanfragen dadurch aber noch nicht.
  3. Wechsel zu professionellem Profil: Wer die Anfragen komplett loswerden möchte, hat noch die Möglichkeit das eigene Profil auf "professionell" umzustellen. Viele Influencerinnen und Influencer nutzen beispielsweise diese Funktion, da sie mehr Statistiken und Analysen zu den eigenen Beiträgen bieten. Hier gibt es dann die Möglichkeit in den Privatsphäre-Einstellungen anzugeben, dass man nur noch durch Personen, denen man selbst folgt, zu einer Gruppe hinzugefügt werden darf. Die Umstellung ist kostenlos.

Millionen Überprüfungen täglich

Auch der Konzern selbst versucht gegen die immer wieder aufkommenden Spam-Wellen etwas zu unternehmen. Laut Instagram werden jeden Tag Millionen gefälschter Konten bereits bei der Registrierung geblockt. Zudem hat Instagram auf unsere Anfrage hin erklärt, dass auffälligen Accounts eine Zeit lang die Möglichkeit entzogen wird, Nachrichten zu schreiben.

Das sei aber in den Kommentarspalten einfacher als in den Direktnachrichten, da Instagram die Kommentare nach gewissen Schlagwörtern, die von Bots häufig verwendet werden, mit einem eigenen Programm abscannen könne. Pro Sekunde gebe es eine Million Überprüfungen. Die meisten der weltweit eine Milliarde aktiven Accounts käme deshalb überhaupt nicht mit Spam in Berührung.

"Die Kommentare kann Instagram mit eigenen Programmen abscannen, zum Beispiel nach gewissen Schlagwörtern, die von den Bots oft verwendet werden und dann die Accounts blockieren."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bei den Direktnachrichten, die für private Konversationen gedacht sind, ist die Überprüfung allerdings nicht so einfach. Deshalb hilft es zusätzlich zu den eigenen Einstellungen immer, die Sex-Bot-Accounts zu melden, anstatt die Chats nur zu löschen oder das Profil zu blockieren.