Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul versuchen die Menschen, ganz normal weiterzuleben. Anders sei der Alltag in Istanbul auch gar nicht aushalten, sagt die Journalistin Cigdem Akyol: "Wir müssen damit leben."

Als die erste Meldung kam, sagt Cigdem Akyol, habe sie noch an einen Unfall geglaubt: In Istanbul fliegen öfter mal technische Geräte in die Luft, erzählt sie. Doch als dann klar war, dass es sich um einen Selbstmordanschlag mit vielen Opfern handelte, stellte sie bei ihren Recherchen schnell fest: "Die Händler vor Ort versuchen, Normalität hochzuhalten - die leben ja vom Tourismus und sind auf deutsche Reisegruppen angewiesen." Viele Leute, mit denen Cigdem heute gesprochen hat, zeigten sich fatalistisch: "Wir müssen damit leben."

Ungewöhnlich gute Arbeitsbedingungen

Dass die Stadt im Ausnahmezustand war, merkte Cigdem aber an etwas anderem, das sie "außergewöhnlich" fand: "Wir Journalisten wurden heute, anders als sonst, nicht bei unserer Arbeit behindert." Medienvertreter seien sonst ja nicht allzu beliebt in der Türkei und bei Vertretern des Staates, heute aber habe sie unbedrängt arbeiten können.

Wie es jetzt, nach dem Anschlag in der Istanbuler Altstadt, weiter geht? Um den Alltag in dieser Stadt auszuhalten, gebe es nur eine Strategie, sagt Cigdem Akyol: "Ganz normal weiterleben."

"Das Gelände ist weitgehend abgeriegelt, allerdings findet ringsherum das ganz normale Leben statt."
Cigdem Akyol, Journalistin in Istanbul