CDU, CSU, FDP und die Grünen treffen sich zu Sondierungsgesprächen. Mehr als 50 Unterhändler der Parteien sollen dabei sein. Wie kann das funktionieren?

Bei vier Parteien und insgesamt zwölf Hauptthemen – erscheint die Anzahl der Unterhändler – mehr als 50 - gleich gar nicht mehr so groß. Aber natürlich hat die hohe Anzahl beteiligter Menschen Auswirkungen darauf, wie verhandelt wird, erklärt René Pfromm, Anwalt, Wirtschaftsmediator und Buchautor. 

"Wir brauchen einen klaren Prozess, mit Zeitplan, Arbeitsweise, ein klares Protokoll, einen durchsetzungsstarken Verhandlungsleiter und im Idealfall auch klare Kommunikationsregeln nach außen."

Der Verhandlungsexperte macht mehrere Punkte aus, an denen es schwierig wird:

  • Die Komplexität der Themen und auch die Komplexität der Differenzen
  • Die Dynamik der Verhandlungen
  • Der Druck von innen und außen – durch die Parteien, die Medien und die Wähler
  • Es besteht die Gefahr, dass einzelne Verhandlungspartner geschwächt werden Schaffen die Unterhändler, das nötige Vertrauen aufzubauen, um hinterher zu einer gemeinsamen Regierung zusammen zu kommen
"Wenn man sich mal anschaut bei den Parteien, wie die vier Positionen sind, das ist nicht ganz einfach, sich da zusammenzuraufen."

Verhandlungen bis in die Nacht

René Pfromm weiß, dass die Uhrzeit ein wichtiger Faktor in Verhandlungen ist. Die Zustimmungsbereitschaft von Verhandlungspartnern steigt nämlich in späten Nacht- und frühen Morgenstunden, wenn alle total durch sind. 

"Es gibt eine Daumenregel: 80 Prozent der Konzessionen werden in den letzten 20 Prozent der Zeit gemacht."