Für die 300. Ausgabe "Eine Stunde Film" haben wir einen ganz besonderen Gast in der Sendung: Jan-Ole Gerster. Der Macher von "Oh Boy" hat sieben Jahre nach seinem mit Preisen überhäuften Debüt-Film ab Donnerstag jetzt endlich sein zweites Werk im Kino: "Lara". Vorher kommt er natürlich noch zu uns.

Es war die "Deutscher-Filmpreis-Sensation" 2013: Der gerade mal 35-jährige Jan-Ole Gerster gewinnt mit seinem schwarz-weißen Studenten-Abschlussfilm von der Filmakademie, einem Spielfilm-Debüt, sechs Lolas. Darunter den Preis für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch (alles Gerster) und den besten Hauptdarsteller (Tom Schilling). Über Nacht wurde Jan-Ole Gerster zur neuen, deutschen Filmhoffnung, hochgelobt und mit vielen weiteren Preisen dekoriert. Das schwerste, was dann auf einen zukommen kann, ist der zweite Film – und auch deshalb kommt der erst jetzt, sieben Jahre nach dem Kinostart von "Oh Boy" raus.

Lara – ein Mutter-Sohn-Sozialdrama

"Lara" ist – kein Schwarz-Weiß-Film, sondern dieses Mal in Farbe – das Porträt einer Frau (brillant: Corinna Harfouch), die ihren 60. Geburtstag feiert. Ihr Sohn Victor (Tom Schilling) ist ein Pianist, der an diesem Abend ein Konzert gibt. In Berlin, wo Lara lebt, sie ist nicht eingeladen und dafür gibt es Gründe. Abgründe. Ein Mutter-Sohn-Sozialdrama ist also Gersters zweiter Film geworden, ganz anders als "Oh Boy" und doch mit Parallelen. Wir sprechen mit ihm darüber, über seine ganz persönlichen "7 Jahre in Tibet" und das Filmemachen an sich.

Eigenproduktionen von Apple Plus

Anna Wollner hat sich außerdem für uns den neuen Video-on-Demand-Anbieter "Apple Plus" vorgenommen und zwei der ersten Eigenproduktionen gebinged: "The Morningshow" mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon und "Dickinson" mit Hailee Steinfeld. Außerdem neu im Kino ist diese Woche noch "Zombieland 2", die wieder extrem lustige Fortsetzung der Zombie-Komödie von 2009 – spannend, wie es zehn Jahre nach dem Kultfilm heute weiter geht. Und dazu schauen wir noch irritiert und verstört schnellstmöglich auf "Midfield", das neueste World-War-II-Debakel von Roland Emmerich.