Er ist halb so alt wie seine Partei - trotzdem fühlt Jens Spahn wohl in der CDU. Ein paar mehr jüngere Parteimitglieder wünscht er sich aber schon.

70 Jahre CDU - das klingt nach Rente, aber auch nur, wenn man außer Acht lässt, wie viele Jahre die andere große deutsche Volkspartei, die SPD, auf dem Buckel hat. Jens Spahn, ist Präsidiumsmitglied der CDU, sitzt für die Partei im Bundestag und ist 35. Warum er sich ausgerechnet die CDU ausgesucht hat? Weil er in der Politik etwas gestalten möchte, erzählt er. Seine Herzensthemen: Wie geht es in Griechenland und Europa weiter, wie geht Deutschland damit um, dass die Bevölkerung immer älter wird und was macht die Digitalisierung mit uns?

"Die Gesellschaft verändert sich, die Welt verändert sich und die CDU mit ihr."
Jens Spahn

Jens Spahn tut sich schwer damit, Themen zu finden, bei der sich seine Partei verjüngen muss. Ihm kommt es auf den richtigen Mix an. Bei der CDU drücke sich das im U aus, das für Union steht. Für Jens Spahn heißt das: Die CDU ist eine Volkspartei - für Ältere und Jüngere, Männer und Frauen, Katholiken und Protestanten, Land und Stadt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auf Nachfrage gibt Jens Spahn dann aber doch zu, dass er sich ein paar jüngere Mitglieder in der CDU wünscht.

Und auch wenn es von außen zum Teil anders wirkt, ist Jens Spahn davon überzeugt, dass sich die CDU veränderten gesellschaftlichen Realitäten stelle. Die Partei von 1970 sei eine andere, als die von 2015.

Gleichgeschlechtliche Ehe - ein Thema für die CDU

Auch beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe ist die CDU nach Jens Spahns Meinung weit gegangen. Auch wenn sich das ein oder andere Mitglied hier noch schwer tue. Für ihn ist klar: Zwei Männer oder zwei Frauen, die sich gegenseitig versprechen, verbindlich ein Leben lang füreinander einzustehen, verkörpern genau die Werte der CDU. Und er sieht Anzeichen, dass sich diese Haltung langsam in seiner Partei durchsetzt. Immerhin habe die CDU auf ihrem Bundesparteitag über zwei Stunden sehr ernsthaft und gut über dieses Thema diskutiert.

"Ich glaube, dass zwei Väter und zwei Mütter, die sich liebevoll um das Kind kümmern, am Ende immer besser sind als ein Heim."
Jens Spahn

Jens Spahn ist überzeugt, dass es der CDU in den nächsten zwei bis drei Jahren gelingt, beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe auch noch den letzten Schritt zu gehen. Das kann für ihn die Öffnung der Ehe sein, es geht ihm aber auch um das Adoptionsrecht. Und hier steht für Jens Spahn das Kindeswohl im Mittelpunkt. Er vergleicht das mit der Diskussion um das Steuerrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Vor zwei bis drei Jahren sei noch darüber diskutiert worden und heute werde das wie selbstverständlich akzeptiert.