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Die gesamte Geflügelwirtschaft steht hinter dem Verbot des Kükentötens, sagt Legehennenhalter Udo Baumeister. Testweise leben seine Hähnchen schon jetzt 15 Wochen.

Von 2022 an werden in Deutschland keine männlichen Küken mehr getötet. Das hat der Bundestag ins Bundestierschutzgesetz schreiben lassen. Männliche Haushühner setzen weniger schnell Fleisch an und legen keine Eier. Ihre massenhafte Aufzucht ist für die Geflügelindustrie ein Verlustgeschäft. 2020 waren noch mehr gut 40 Millionen männliche Eintagsküken in Deutschland geschreddert oder erstickt worden. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass ab 2024 das Töten von Hühnerembryonen bereits nach dem sechsten Bruttag verboten ist.

Aufzucht nach dem Bruderhahnprinzip

Udo Baumeister hat einen Legehennenbetrieb im nordrhein-westfälischen Breckerfeld. Rund 120.000 Legehennen hält er dort. Er sagt, dass er testweise schon eine Herde hält, bei der Hennen mit Hähnen aufgezogen worden sind. Bruderhahnprinzip nennt sich das. Udo Baumeister sagt, dass die Kosten auf die Eier umgelegt werden – rund drei bis fünf Cent mehr je Ei könnten es sein.

"Der Mehrpreis der Aufzucht, wird auf das Ei umgelegt. Das wird teurer."
Udo Baumeister, Hennenhalter

Ob die Konsumierenden die Mehrkosten wirklich bezahlen, sei ungewiss. Udo Baumeister sagt: "Es ist nicht verboten, andere Eier zu kaufen, wo die Hähne noch getötet werden. Die werden dann aber nicht mehr in Deutschland getötet." Eine EU-weite Regelung wäre aus seiner Sicht besser gewesen. So sei das wieder ein deutscher Alleingang.

Schmackhaftes Ergebnis

Bei ihm werden die männlichen Tiere nach 15 Wochen zu Lebensmitteln verarbeitet. Es sei dem Fleisch der Tiere anzuschmecken, dass sie langsam gewachsen sind, sagt Udo Baumeister. Er hat Bratwürste aus dem Fleisch der männlichen Tiere bereits verkosten können – teils mit beigemischtem Spinat, mit gekochtem Ei oder mit Käse. Auch für Frikadellen und Burger eigne sich das Hähnchenfleisch gut, findet er.

In Zukunft könnte sich eine Alternative zum Bruderhahnprinzip in der Hühnchenzucht etablieren. Eine massenhafte Geschlechtserkennung der ungeschlüpften Tiere im Ei noch sei noch nicht vor dem siebten Tag möglich. Von da an gelten die Tiere als schmerzempfindlich.

"Man hofft, dass das Problem bei der In-Ei-Erkennung bis Anfang 2024 zu lösen."
Udo Baumeister, Hennenhalter