Zurzeit steigen die Kaffeepreise. Ein Grund dafür: In Südamerika breitet sich der Kaffeerost aus. Eine Pilzkrankheit, die für die Kaffeepflanzen das sichere Ende bedeutet.

Der Kaffeerost bildet rostfarbene Flecken auf den Blättern. Das hindert die Kaffeepflanze daran, Photosynthese zu betreiben. Die Blätter fallen ab, es kommt zum Nährstoffmangel und damit zum Ernteausfall. Zudem brauchen die Kaffeepflanzen einige Jahre, um sich von der Krankheit zu erholen.

Für die Kaffeebauern in Süd- und Mittelamerika bedeutet das herbe Verluste. Allein in Mittelamerika könnten demnächst 500.000 Kaffeebauern unter die Armutsgrenze fallen. Davon betroffen sind vor allem Länder wie Guatemala, Honduras, Panama und El Salvador. Und auch hier in Europa spüren wir die Folgen: Die Preise für Kaffee steigen seit einigen Wochen.

Mehr Schatten für Kaffee

Ein Grund für die starke Ausbreitung der Krankheit könnten neue Anbaumethoden sein: Früher wurde Kaffee im Schatten anderer Bäume angebaut. Rund um die Pflanzen gab es mehr biologische Vielfalt und Nützlinge, die den Kaffeerost eindämmen konnten. Heute werden die Kaffeepflanzen auf großen Plantagen angebaut. Eine Möglichkeit die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern, besteht darin, resistente Kaffeepflanzen zu züchten.

"Die steigenden Kaffeepreise machen sich auf dem Rohstoffmarkt bemerkbar."
Britta Wagner

Kaffeerost kommt aus Sri Lanka

Zum ersten Mal aufgetreten ist der Kaffeerost Mitte des 19. Jahrhunderts in Sri Lanka, damals noch Cylon. In kurzer Zeit waren die gesamten Kaffeeplantagen des Landes befallen. Der Pilz breitet sich dank Wind und Regen rasend schnell aus. Heute wächst auf Sri Lanka Tee statt Kaffee. Der ist weniger anfällig für Krankheiten.

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