Katar bekommt Hilfe aus dem Iran, nachdem andere Golfstaaten diplomatische Beziehungen abgebrochen haben und das Land blockieren. Dass der Iran hilft, ist nicht wirklich nötig, aber ein Signal.

"Es besteht die Gefahr, dass aus dieser Auseinandersetzung ein Krieg werden könnte", so schätzte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Katar am Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein.

Mehrere Golfstaaten, unter anderem Saudi Arabien, Ägypten
und die Vereinigten Emirate, haben ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Sie werfen Katar vor, Terroristen zu unterstützen und gemeinsame Sache mit dem Iran zu machen.

"Katar ist ein kleines Land, und es hat nur eine einzige Landgrenze - die nach Saudi Arabien."
Sabine Rossi, ARD-Korrespondentin

Über die Grenze kamen bisher vor allem frische Lebensmittel zum Beispiel Obst, Gemüse, Milch, Fleisch, Eier. Nach einer Woche Blockade drohte zwar keine Hungernot, aber grade diese frischen Lebensmittel wurden langsam knapp.

Deshalb hat der Iran nach einigen Tagen angefangen Obst und Gemüse nach Katar zu liefern. Dass Katar ausgerechnet aus dem Iran, dem Erzfeind Saudi Arabiens, diese Lieferungen annimmt, bewertet Sabine Rossi als klares Signal Katars.

"Sie wollen so ein bisschen die Karte hinhalten: Schaut mal wir können auch ohne euch."
Sabine Rossi, ARD-Korrespondentin

Um diese Position zu stärken, sucht sich Katar Verbündete. Da sind zum einen Deutschland, aber auch die Türkei und Russland.

"Ich sehe noch nicht, dass das wirklich eskaliert."
Sabine Rossi, ARD-Korrespondentin

Im Hintergrund des Konflikts laufen schon Mediationen, so versucht zum Beispiel auch Kuwait zu vermitteln. Viele sind daran interessiert, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Selbst Saudi Arabien hat schon einige Maßnahmen gegen Katar gelockert. Es sollten zum Beispiel alle katarischen Bürger ausgewiesen werden, wer aber aus gesundheitlichen Gründen in Saudi Arabien bleiben muss, darf inzwischen doch bleiben.

Vorgeschobener Grund

Sabine Rossi hält den Vorwurf Saudi Arabiens, dass Katar Terroristen unterstütze für einen vorgeschobenen Grund:

"Tatsächlich geht es eher darum, dass Saudi Arabien den Schulterschluss mit den USA sucht. Sie haben in Donald Trump jetzt endlich wieder das Gefühl, da ist ein Verbündeter."
Sabine Rossi, ARD-Korrespondentin

Nachdem Trump sich klar gegen den Iran positioniert hat, wolle Saudi Arabien nun den Rest der arabischen Welt auf die Seite der USA und gegen den Iran stellen, erklärt Sabine Rossi. Katar will sich aber nicht auf diese Seite stellen.

Das Land ist mit dem Iran zwar nicht eng befreundet, will die diplomatischen Kontakte nach Teheran aber weiter aufrecht erhalten, unter anderem, weil sich Katar und Iran ein Ölfeld teilen, sagt Sabine Rossi.