Katharina Ebel kommt gerade aus dem Nord-Irak zurück. Dort hat sie ein SOS-Nothilfeprogramm geleitet - für die Familien, die besonders unter dem IS dort gelitten haben: Jesiden.  

Was die Kinder und Jugendlichen erlebt haben, ist nur sehr schwer zu beschreiben und noch schwerer vorstellbar. "Sie  wurden missbraucht, zusammen mit der Mutter als Sklaven verkauft oder zu Kinder-Soldaten gemacht," erzählt Katharina Ebel. Sie ist nach neun Monaten gerade aus dem Nord-Irak nach Deutschland zurückgekehrt.

"Ich wollte beweisen, dass sich etwas ändert!"
SOS-Helferin Katharina Ebel

Im Flüchtlingslager Khanke (in der Nähe von Dohuk) im Norden des Landes hat sie ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. In dem Lager leben etwa 17.000 geflohene Jesiden. "Die Jesiden haben einen regelrechten Genozid hinter sich." Das Ziel des Projektes: Den traumatisieren Opfern bei der Bewältigung ihrer Erlebnisse so gut wie möglich zu helfen und einen Weg in den Alltag aufzuzeigen. So weit das irgendwie möglich ist.

"Geopolitik schockiert mich."
SOS-Helferin Katharina Ebel

Als der IS sich 2014 ausgebreitet hat, mussten insgesamt 400.000 Jesiden fliehen. Ihre Dörfer wurden größtenteils zerstört, Familien gewaltsam auseinander gerissen. Die Region liegt in Schutt und Asche - bis heute. Die Stadt Mossul ist da nur das bekannteste Beispiel

"Wenn ich mich den Problemen hingeben würde, wäre ich unbrauchbar."
SOS-Helferin Katharina Ebel

Wer überlebt hat, ist geflohen - und hat es mit Glück in eines der Flüchtlingslager geschafft. Neben dem Lager Khanke liegt immerhin ein jesidisches Dorf. So können lokale Kräfte in dem Projekt helfen. Sie werden ausgebildet, um bei den Kindern und Jugendlichen bei der Trauma-Bewältigung zu helfen. Psychologen gibt es hier nicht.

"Ich war am Anfang sehr skeptisch."
SOS-Helferin Katharina Ebel

In Eine Stunde Talk erzählt Katharina, wie die Trauma-Bewältigung funktioniert, was ihr Team ihr zum Abschied geschenkt hat und woraus sie auf keinen Fall verzichten kann.