Karl Lagerfeld, Stella McCartney und im vergangenen Jahr Balmain - sie alle haben schon mit der Modekette H&M kooperiert. Heute erscheint die nächste exklusiv für H&M entworfene Designerkollektion. Diesmal hat sich H&M das Pariser Label Kenzo mit ins Boot geholt.

Die Kollektion ist farbenfroh und printlastig - es gibt Animalprints, aber auch grafische Sachen, sagt unsere Reporterin Anke van de Weyer. Die Schnitte sind teilweise sehr kastig und oft auch an Japan angelehnt. Einige Blusen und Jacken erinnern von der Form her an Kimonos.

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Julia Schygulla ist Fashion-News-Director bei der Mode- und Lifestyle-Zeitschrift Instyle und hat mit Caro Lim, der Designerin, die die Kollektion mitgestaltet hat, über die Teile gesprochen. Demnach steckt in der Kollektion sehr viel klassisches Kenzo drin. Das heißt auf jeden Fall auch Statement-Sweater in knalligen Farben mit auffälligem Schriftzug. Die Teile waren schon vor ein paar Jahren der Renner.

Am Ende sind solche Kooperationen eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten: High-Street-Ketten wie H&M kommen von ihrem Billig-Discounter-Image weg, weil sie sich mit dem Duft der Exklusivität umgeben. Und Labels wie Kenzo lockt die Publicity, andererseits sieht Julia Schygulla für Kenzo aber auch die Möglichkeit, neue Kunden zu erschließen.

"Natürlicherweise haben diese High-Street-Marken eher einen sehr jungen Kundenstamm, der sich die Originale oder die Hauptkollektion nicht leisten kann, aber so kann man vielleicht schon eine Kundenbindung aufbauen."
Julia Schygulla , Fashion-News-Director bei Instyle

Kenzo setze darauf, dass sich eine junge H&M-Kundin vielleicht in zehn Jahren an Kenzo erinnert, wenn sie genug verdient, um beim Designer zu shoppen. Käuferinnen und Käufer können in jedem Fall jetzt für 50 Euro einen Kenzo-Pulli ergattern. Normalerweise werden da mindestens 200 Euro fällig. Ähnlich sieht es auch mit den anderen Teilen aus.

"Das ist Designer-Mode, die kurz demokratischer wird und für alle erschwinglich ist."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Designerlabel laufen auch keine Gefahr, durch einen Deal mit H&M verramscht zu werden, solange sie die Aktion nicht ständig wiederholen. Außerdem sind diese Designkooperationen von H&M über die Jahre schon so populär geworden, dass auf jeden Fall die positiven Aspekte überwiegen, sagt Bloggerin Lisa Banholzer von Bloggers Bazaar.

"Ich glaube, dass durch so eine Kollaboration eher noch mal ein Hype für ein Brand entstehen kann. Weil sie dann extrem viel Presse bekommt. Und es ist ja nicht so, dass diese Dinge noch in drei Wochen an der Stange hängen und sie niemand kauft."
Lisa Banholzer von Bloggers Bazaar