Klimaanlagen sind wirklich komfortabel. Doch sollten sie bei Privatleuten Standard werden, würde das den CO2-Ausstoß erhöhen. Erst die Masse ist das Problem.

Private Klimaanlagen sind gerade populär. Angesichts der Serie von Hitzerekorden in Europa und des menschengemachten Klimawandels dürften die Geräte noch häufiger gekauft und betrieben werden. Das mag momentan für das Raumklima angenehm sein, ökologisch sind Massen von Klimaanlagen ein Problem.

Das liegt vor allem daran, dass die Kühlung energieaufwendig ist und überwiegend fossile Brennstoffe verstromt werden, sagt Werner Eckert. Er ist Journalist und beschäftigt sich mit Umweltthemen. Er sagt, dass hierzulande der Stromverbrauch traditionell im Januar Höchstwerte erreicht. In Ländern, in denen viele Klimaanlagen in Betrieb sind, gebe es einen zweiten Peak im Sommer.

Stromverbrauch und Erderwärmung

Die Umweltbilanz von Klimaanlagen sei pro Stück nicht so schlecht, so der Journalist weiter. Auch der Stromverbrauch falle mit rund einer Kilowattstunde für je circa 0,30 Euro kaum ins Gewicht, sagt Werner Eckert. In der Masse wird der Energieaufwand dann zum Problem. Da weltweit der größte Teil des Stroms mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird, werde eine massive Zunahme der Zahl von Klimaanlagen die Erderwärmung beschleunigen.

"Wir müssen ohnehin aus den Fossilen raus und dann kommt dieser Stromverbrauch noch oben drauf."
Werner Eckert, Journalist, SWR Umweltredaktion

Die internationale Energieagentur hat ermittelt, dass 10 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs für Klimageräte zur Kühlung von Raumluft aufgewendet werden. Bis 2050 geht die Organisation davon aus, dass rund zwei Drittel aller Haushalte weltweit mit Klimaanlagen ausgestattet sein werden.

Windkraftausbau in Schwierigkeiten

Grundsätzlich ließe sich ein steigender Energiebedarf für Klimaanlagen auch aus erneuerbaren Energien decken, hierzulande ist Werner Eckert allerdings skeptisch, ob das angesichts gut organisierter Windkraftgegner und einer massiven Zunahme rechtlicher Auseinandersetzungen und Genehmigungsproblemen in jüngster Zeit möglich ist.

Kürzlich kursierte die Idee, die Westantarktis könne mit Massen von Kunstschnee stabilisiert werden. Diese und vergleichbare Ideen auf den gesamten Planeten zu übertragen, sei keine gute Idee. Es wäre widersinnig, zu glauben, man könne die Welt in einen besseren Kühlschrank verwandeln, meint Werner Eckert.

"Mit Klimaanlagen kann man natürlich keine Atmosphäre kühlen, denn was der Kühlautomat nach innen an Kaltluft pumpt, pumpt er nach draußen an Warmluft."
Werner Eckert, Journalist, SWR Umweltredaktion