Forschende haben eine bisher unerforschte Dürreperiode Anfang des 14. Jahrhunderts entdeckt. Das Klima um dieses Jahrhundert zeigt nicht nur Parallelen zu unserem heutigen Klima auf, sondern könnte auch Aufschluss auf unser zukünftiges Wetter geben.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts wütete in Europa der Pesterreger, der ein Drittel der Bevölkerung ausrottete. Ein paar Jahrzehnte zuvor gab es eine große Hungersnot. Eine neue Studie hat jetzt aufgezeigt, dass es vor dieser Hungersnot sogar noch eine weitere Katastrophe gab: eine extreme Dürreperiode zwischen den Jahren 1302 und 1307.

Bisher ist man davon ausgegangen, dass die große Krisenzeit des Jahrhunderts mit ihren Hungersnöten erst 1310 begann, als das Klima sich plötzlich sehr schnell wandelte. Es wurde kühler und nasser, Forschende sprechen heute von dem Beginn der Kleinen Eiszeit.

Forschung auf unterschiedlichen Gebieten

Entdeckt wurde die Dürreperiode von zwei Leibnitz-Instituten in Leipzig. Das eine beschäftigt sich mit der Kultur und Geschichte des östlichen Europas, das andere mit Troposphärenforschung, in der unter anderem Klimaprozesse untersucht werden.

Gemeinsam haben die Forschenden nicht nur Baumrinden oder Sedimente untersucht, sondern auch historische Quellen über den Bau von Brunnen, Bränden in den Städten oder Wein- und Weizenproduktionen. Entdeckungen wie tiefere Brunnen und die Zeugnisse über viele Brände in der Stadt haben die Forschenden als Hinweis auf eine Dürre gewertet, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Aglaia Dane.

Parallelen zum heutigen Klima

Die Forschenden konnten bei ihrer Analyse auch Parallelen zu unserem heutigen Klima ziehen: Zur Zeit der Dürreperiode im 14. Jahrhundert hielten sich viele Wetterlagen sehr lange und stabil. Das könne man mit der Zeit ab den 1980er Jahren vergleichen. Denn seitdem gebe es ebenfalls immer wieder Hochs oder Tiefs, die sich wochen- oder sogar monatelang über einer Region halten.

"Seit den 80ern gibt es immer wieder sehr stabile Wetterlagen – also, dass beispielsweise wochen- oder monatelang über einer Region ein Hoch oder Tief hängt und sich das Wetter einfach nicht verändert."
Aglaia Dane, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Ein Extrembeispiel ist das Jahr 2018, als es in Mitteleuropa monatelang ungewöhnlich heiß und trocken war, erklärt Agalia Dane.

Stabile Wetterlagen führen zu Extremereignissen

Ganz genau kann man unsere menschengemachte Klimaveränderung natürlich nicht mit den naturgemachten Schwankungen aus dem 14. Jahrhundert vergleichen. Die Forschenden sehen in ihrer Studie aber zumindest die Unterstützung der These, dass stabile Wetterlagen zu Extremereignissen führen können. Sie rechnen damit, dass die Erwärmung in der Arktis dazu führen könne, dass sich unsere Wetterlagen in Zukunft weniger schnell verändern und Wetterxtreme damit immer häufiger auftreten könnten.