Das erklärte Ziel der Vereinten Nationen ist es, den Anstieg der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Doch in der Rechnung fehlt ein wichtiger Punkt: Die Megacitys entwickeln sich - mit drastischen Folgen für die Umwelt.

Das Ziel, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu drücken, wird sich nicht erreichen lassen. Zu diesem Schluss kommt der Politikwissenschaftler Dirk Messner vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn. Messner begründet dies damit, dass die Politiker bei ihrem Pariser Abkommen 2015 schlicht die Entwicklung der Städte vergessen haben. Da aber weltweit neue Megacitys entstehen und sich vorhandene Städte permanent erweitern, werde das Kontingent an Treibhausgasen, das wir laut Abkommen noch ausstoßen dürfen, dadurch vollständig verbraucht.

Utopische Ziele

Nur wenn wir kein einziges Produkt mehr herstellen würden und keinen Meter mehr Auto fahren, lasse sich das Ziel noch erreichen. Das aber erscheint utopisch und ist natürlich so bisher nicht geplant.

Im Jahr 2050 werden 80 Prozent der Bevölkerung in Städten leben, so Dirk Messners Prognose. Die Wucht, mit der in den nächsten Jahren Riesenstädte auf unserem Planeten aus dem Boden gestampft werden, ist nahezu unvorstellbar.

"Von heute bis 2050 werden wir jede Woche weltweit Städte für 1,6 Millionen Menschen hinzubauen."

Da immer noch mit den altbekannten Materialien gebaut wird, wird die Umweltbelastung riesig sein. Es sei denn, wir bauen ab sofort anders oder ziehen entgegen der Prognosen doch nicht aus ländlichen Gebieten weg.

"Wir können auch in der zweit-, dritt- oder viertgrößten Stadt Karriere machen, weil wir uns über digitale Netze entsprechende Kommunikationsstrukturen einbauen können."

Irgendwie keimt also doch noch Hoffnung. Dafür müsste aber erst in die Köpfe der Entscheider vordringen, wie gigantisch hoch der Ressourcenverbrauch großer Städte ist.

Messner hat mit seinem Vortrag die 31. Berliner Sommer-Uni unter dem Thema "Zukunft der Stadt: Herausforderungen für Gesellschaft und Wissenschaft" am 29.8.2016 eröffnet. Veranstalter der jährlichen Sommer-Uni ist die Berliner Akademie in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin.

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