Er nennt sich "Antanz-Trick" und wird von Taschendieben gerne in Bahnhöfen und Einkaufszentren verwendet, um die potenziellen Opfer abzulenken. Aber dieser Trick hat nichts mit den Ereignissen in Köln zu tun, sagt Thomas Feltes, Professor für Kriminologie an der Ruhr-Universität.

Deutschland ist entsetzt und zugleich ziemlich ratlos darüber, was in der Silvesternacht vor dem Kölner Bahnhof eigentlich wirklich passiert ist. Bei der Polizei sind bisher über 100 Anzeigen eingegangen, wegen Diebstahl, sexueller Belästigung und sogar wegen Vergewaltigung. Auch das Vorgehen der Kölner Polizei wird stark kritisiert. Selbst vom Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der sich in den Tagesthemen gefragt hat, ob die Kölner Polizei versagt hat.

"Ich kann es mir nicht vorstellen, dass dort 1000 Männer hingezogen sind, um gemeinsam Straftaten zu begehen."

Thomas Feltes, Professor für Kriminologie glaubt nicht, dass es sich bei den Tätern um eine Gruppe von 1000 Männern gehandelt hat, die Angriffe auf Frauen verübt haben. Seiner Einschätzung nach hat es sich um einzelne Gruppen gehandelt, die Frauen belästigt haben. Er sagt auch, dass in dieser Zeit nur drei Anrufe bei der Polizei eingegangen sind, die es nicht ermöglicht hätten, in größerem Maße einzuschreiten.

Wenig hilfreiche Täterbeschreibungen

Thomas Feltes hält die Beschreibungen der Täter als "Männer aus dem maghrebinischen Raum" für wenig hilfreich bei der Klärung des Falls. "Hilfreich wäre es gewesen, die Videoaufnahmen in Echtzeit zu beobachten und dann sofort zu intervenieren. Das ist offensichtlich nicht erfolgt", sagt Thomas Feltes.

"Es war sicherlich so, dass da eine Gruppe von jungen Männern angetrunken war und dann beim ersten oder zweiten Mal gemerkt hat, das funktioniert dieses Vorgehen und dann hat man sich aufgestachelt."

Er glaube nicht, dass es sich bei den Ereignissen an Sylvester um ein geplantes Vorgehen gehandelt habe, sagt der Kriminologe, vielmehr glaube er daran, dass sich die Situation hochgeschaukelt habe. Eine Gruppe an Männern, Alkohol und dann haben die Täter festgestellt, dass ihr Vorgehen funktioniert, also haben sie weitergemacht. Und die Situation sei eskaliert.