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Für Jakob ist Kreativität keine Frage des Talents. Es geht vielmehr darum, ins Machen zu kommen. Auch die Wissenschaft zeigt: Kreativität kann man lernen. Dafür gibt es verschiedene Techniken.

Bei Jakob waren es Videos auf Youtube, durch die er sich kreativ ausprobiert hat. Als er noch jünger war, hatte er keinen Bock darauf, etwas zu malen oder anders kreativ zu werden. Später hat ihn dann ein Youtuber inspiriert und Jakob hat angefangen nachzumachen, was er in den Videos gesehen hat.

Heute verdient er mit seiner Kunst sogar ein wenig Geld. Das läuft nebenbei. Eigentlich studiert Jakob Soziale Arbeit.

"Kreativität ist für mich gar nicht so das Endprodukt, was dann da ist und das kann man gut oder schlecht finden. Sondern das ist vielmehr das Interesse und der Prozess des Machens."
Jakob, probiert sich gern kreativ aus und verkauft mittlerweile seine Kunst

Eine große Inspo für ihn ist die Natur. Einen Blick nach oben in die Baumkrone zum Beispiel hält Jakob in einem abstrakten Bild fest. Angefangen hat er mit Bleistiftzeichnungen. "Ich habe probiert, etwas so realistisch wie möglich nachzumalen, was ich schön fand. Das waren vor allem so Sachen wie in der Natur, Menschen oder Stillleben", erzählt Jakob. Mit seiner Freundin macht er gerne auch kreative Abende. Dann setzen sich die beiden zusammen und beschäftigen sich jeweils auf ihre Art.

Für Jakob geht es dabei nicht darum, wie talentiert jemand ist. "Es gibt natürlich Ausnahmen, aber ich bin der Meinung, dass man das alles lernen kann. Solange man Interesse daran hat, gibt es eigentlich nichts, was man nicht kann. Kreativität ist für mich gar nicht so das Endprodukt, was dann da ist und das kann man gut oder schlecht finden. Sondern das ist vielmehr das Interesse und der Prozess des Machens", findet er.

Kreativität kann man lernen

Kreativität kann man lernen, zum Beispiel mit bestimmten Techniken wie Mindmapping. Jede*r bringt zwar unterschiedliche Grundvoraussetzungen mit – manche von uns haben ein größeres Talent als andere – aber bis zu einem gewissen Grad können wir uns kreatives Arbeiten beibringen, erklärt Kreativitätsforscher Stephan Sonnenburg. Er arbeitet an der ICN Business School Nancy-Paris-Berlin und ist bei der Deutschen Gesellschaft für Kreativität im Vorstand.

Mit diesen Techniken sei ist wie beim Sport. Wenn wir regelmäßig üben, werden wir besser. Was dabei nicht hilft, ist Druck. "Manchmal ist es besser, es einfach liegen zu lassen. Also man hat sich jetzt nicht mit etwas beschäftigt, lässt es liegen, macht etwas anderes oder begibt sich in eine völlig neue Situation. Lustigerweise passiert dann bei vielen Menschen, dass sie gerade in dem Moment die Erleuchtung haben", sagt er. Eine typische Situation sei unter der Dusche.

"Sich schlechte Kunst erlauben"

Entspannt sein, kann also helfen. Und auch: Den Anspruch loslassen, dass es gut oder schön werden muss. Sondern sich stattdessen auch "schlechte Kunst zu erlauben", sagt Kunsttherapeutin Leticia Ferreira Schmidt. Sie empfiehlt zum Beispiel, etwas mit der Hand zu malen, mit der wir nicht schreiben. Hiermit tricksen wir uns selbst aus. Wir denken "mit der Hand, die ich nicht so viel benutze, mit der kann ich nicht schön malen. Ich glaube, dadurch kann man diesem Leistungsdruck automatisch entkommen", erklärt sie.

"Kreatives Arbeiten kann uns auf jeden Fall dabei helfen, zu entspannen."
Leticia Ferreira Schmidt, Kunsttherapeutin

Eine andere Übung kann sein, die Augen zu schließen und dann mit einer Hand das eigene Gesicht abzutasten, während die zweite Hand das malt, was wir fühlen. Alternativ können wir mit geschlossenen Augen Musik hören und den Rhythmus zeichen.

Inzwischen gibt es auch einige Events, die Kreativsein und Austausch verbinden. Wir können uns zum Beispiel für einen Töpfer-Workshop mit Freund*innen verabreden.

Wenn mal keine Inspo kommt, gehört das auch zum Prozess. Jakob hat Phasen, die teilweise Wochen anhalten, in denen er kaum Motivation hat, etwas zu malen. Aber: Das geht vorüber. "Ich weiß, irgendwann habe ich wieder Lust, was zu machen und dann funktioniert es viel besser oder mir gefällt das selber viel mehr, als wenn ich mich dazu zwinge", sagt er.

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Shownotes
Kein Talent
Wie können wir lernen, kreativ zu sein?
vom 02. November 2026
Gesprächspartner: 
Jakob, probiert sich gern kreativ aus und verkauft mittlerweile seine Kunst
Gesprächspartner: 
Stephan Sonnenburg, Kreativitätsforscher an der ICN Business School Nancy-Paris-Berlin, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Kreativität
Gesprächspartnerin: 
Leticia Ferreira Schmidt, Kunsttherapeutin
Autor und Host: 
Przemek Żuk
Redaktion: 
Friederike Seeger, Yevgeniya Shcherbakova, Christian Schmitt, Anton Stanislawski
Produktion: 
Philipp Adelmann
Quellen: