Mehrere tausend Griechen warten vergebens auf eine lebensnotwendige Strahlentherapie. Der Staat hat nicht genügend Geld für Geräte und Personal.

Die medizinische Versorgung in Griechenland ist so schlecht, dass Krebspatienten dort nur nach dem Grad der Dringlichkeit ihrer Erkrankung bestrahlt werden können, berichtet unser Korrespondent Christian Buttkereit.

Im schlimmsten Fall ist die Warteliste so lang, dass der Termin für eine Bestrahlung mehrere Wochen oder Monate nach der prognostizierten Lebenserwartung liegt.

Griechische Ärzte wandern ins Ausland ab

Grund für die miserablen Zustände ist unter anderem die anhaltende Wirtschaftskrise Griechenlands. Die Krankenhäuser können mit ihrem Budget nicht genügend Ärzte, Pfleger und Techniker einstellen. 

"Griechische Ärzte gelten als sehr, sehr gut ausgebildet und haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt im Ausland. Deshalb sind viele Ärzte bereits abgewandert."
Christian Buttkereit, Korrespondent

Und weil viele arbeitslose Ärzte ihre Chance im Ausland suchen, gilt die Ärzteschaft in Griechenland als völlig überaltert. Das gleiche trifft zum Teil auch auf die Therapiegeräte in den Krankenhäusern zu. Manche sind rund 50 Jahre alt und müssten aufgrund des technischen Fortschritts in den letzten Jahrzehnten eigentlich ausgetauscht werden.

Überleben ist eine Frage des Geldes

Damit aber noch nicht genug. Im Schnitt gibt es auch viel zu wenige Bestrahlungsgeräte in Griechenland. Nur drei Stück pro eine Millionen Einwohner. Im Rest der EU sind es im Durchschnitt doppelt so viele. 

"Nach Einschätzungen von Experten braucht Griechenland 50 neue Bestrahlungsgeräte. Kostenpunkt für das klamme Griechenland: 100 Millionen Euro."
Christian Buttkereit, Korrespondent

Als Alternative zur medizinischen Versorgung durch den Staat, gibt es auch in Griechenland Privatkliniken. Aber die können sich nur die wenigsten Menschen leisten. 

Eine Therapiesitzung kostet dort um die 4000 Euro. Und auch eine Zusatzversicherung für 100 Euro im Monat ist für die meisten Griechen einfach zu teuer.