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Fleisch aus der Fabrik statt aus der Schlachtung könnte viele Probleme lösen. Doch ohne Zellen von echten Tieren geht es nicht. Der Energiebedarf ist ein weiteres Problem.

Fleisch, für das kein Tier sterben musste, ist ein mächtiges Konsumversprechen und ein verheißungsvoller Markt. Bis 2030 könnten jährlich 140 Milliarden US-Dollar mit Fleischersatzprodukten umgesetzt werden. Bis 2040 dann mehr als das Vierfache davon.

Hier kommt die israelische Firma Future Meat ins Spiel. Sie hat angekündigt, 500 Kilogramm Zellfleisch täglich industriell herstellen zu können, das sogenannte In-vitro-Fleisch.

"Das sind alles Versprechungen, die man mit Vorsicht genießen muss, weil nicht wissenschaftlich belegt ist, dass es eintritt."
Silvia Woll, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe

Silvia Woll ist skeptisch. 500 Kilogramm könne das Unternehmen wohl erst bei voller Auslastung erreichen, sagt die Expertin für In-vitro-Fleisch. Sie arbeitet am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe in der Forschungsgruppe Gesundheit und Technisierung des Lebens.

"Diese 500 Kilogramm können sie irgendwann produzieren, wenn sie schaffen, das komplett auszulasten."
Silvia Woll, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe

Erst nach einem genaueren Einblick in die Produktionsbedingungen lasse sich beurteilen, wie effektiv die Firma wirklich arbeite und wie nachhaltig die Produktion dann wirklich ist, sagt Silvia Woll.

Probleme bei künstlichem Fleisch

"Die In-vitro-Fleisch-Produktion findet in riesigen Fabriken statt und wird wesentlich mehr Energie verbrauchen als die konventionelle Fleischerzeugung – und die braucht schon ziemlich viel Energie", sagt Silvia Woll.

Mit dem Strom wird die Muskelzelle dazu angeregt, Nährstoffe aus einer Lösung aufzunehmen und zu einem Stück zu wachsen.

Außerdem kommt künstliches Fleisch nicht ganz ohne echtes aus, weil echte Stammzellen benötigt werden.