Es ist so scheu und so selten, dass Wissenschaftler von einem Pokémon-Tierchen sprechen. Drei Exemplare sind jetzt tot in einer Jagdfalle aufgetaucht. Amerikanische Wissenschaftler konnten deshalb zum ersten Mal überhaupt die DNA des Dornschwanzbilchs - auch Dornschwanzhörnchen genannt - untersuchen.

Eine neue Studie zeigt, dass der Dornschwanzbilch (Zenkerella) zu einer prähistorischen Gruppe von Nagetieren gehört, die es bereits vor vielen Millionen Jahren gab. Bisher konnte dieses Tier noch nie lebendig gefangen werden. Das ist auch jetzt nicht gelungen, aber immerhin haben Jäger drei tote Tiere in einer Falle entdeckt.

Das Pokémon-Tierchen

Dornschwanzbilche kommen in Zentral- und Westafrika vor, zum Beispiel in Kamerun oder im Kongo. Es sind kleine Nagetiere, die ein bisschen an ein Eichhörnchen erinnern, allerdings ohne die Puschel an den Ohren. Sie haben einen buschigen Schwanz und das Besondere sind Hornschuppen an der Unterseite vom Schwanzende.

"Hinsichtlich der anatomischen Merkmale im Skelett oder im Gebiss haben sich diese Tiere eigentlich nicht verändert. Und deswegen kann man die als lebendes Fossil bezeichnen."

Der Dornschwanzbilch gilt als "lebendes Fossil", weil er sich sehr lange, kaum verändert in der Erdgeschichte zurückverfolgen lässt. Er weist immer noch Ähnlichkeiten auf mit fossilen Funden von Tieren, die vor mehr als 20 Millionen Jahren gelebt haben. Der Dornschwanzbilch habe diese immense Zeitspanne mit minimalen Veränderungen überlebt. Unter den 5400 Säugetierspezies gelte Zenkerella deshalb zusammen mit nur drei weiteren Arten als lebendes Fossil.