• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Lebensmittel im Netz bestellen und liefern lassen, wird immer beliebter. Problem ist nach wie vor, dass die Deutschen nicht viel fürs Essen ausgeben wollen. Deshalb sind die Margen für die Händler gering.

Es gibt nicht mehr viel, das sich online nicht sinnvoll einkaufen lässt. Lebensmittel gehört noch zu dieser Gruppe. Allerdings scheint sich während der Corona-Pandemie auch hier etwas verändert zu haben.

Vor der Pandemie haben laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel 6 Prozent der Verbraucher online Lebensmittel bestellt. Ende 2020 waren es 9 Prozent. Außerdem ist der Umsatz mit Lebensmitteln im Internet im zweiten Quartal 2020 auf fast 800 Millionen Euro gestiegen – doppelt so viel wie im Vorjahr.

"Es gibt so viele Supermärkte, dass die meisten von uns täglich an einem vorbeikommen. Warum das Zeug dann online bestellen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das größte Problem für Lebensmittel-Online-Händler sind die generell niedrigen Preise für Lebensmittel. In Deutschland sind Lebensmittel laut Statistischem Amt der Europäischen Union so günstig wie in fast keinem anderen wohlhabenden Land in Europa. Am günstigsten sind sie in Nordmazedonien und Rumänien.

Niedrige Preise bedeuten niedrige Margen für die Händler. Die Kosten für den Bring-Service nach Hause müssen die Kundinnen und Kunden also extra bezahlen, damit die Händler keinen Verlust machen. Kundinnen und Kunden müssten also explizit bereit sein, mehr für den Lebensmittel-Einkauf zu bezahlen, damit er zu ihnen nach Hause gebracht wird.

Vom Bauern direkt nach Hause

Trotz der schwierigen Markt-Situation gibt es immer wieder neue Unternehmen, die es versuchen:

  • Der Lieferdienst Gorillas zum Beispiel liefert Essen, Getränke und Snacks nach Hause. Das Start-up hat gerade 44 Millionen US-Dollar Risikokapital erhalten. Die Gorillas-Fahrer sind mit dem Fahrrad unterwegs.
  • Ähnlich funktioniert das Frankfurter Start-up Grovy: Aus zwei zentralen Lagern bringen Fahrradkuriere Lebensmittel nach Hause. Grovy macht das Versprechen, dass das nicht länger als 15 Minuten dauert.
  • Der Online-Hofladen Frischepost bringt Waren direkt von den Erzeugern in ein Verteilzentrum in der Stadt. Von dort werden die Lebensmittel per Elektrolieferwagen zu den Kunden nach Hause gebracht.
  • Auch schon länger tätige Lieferdienste erweitern ihr Angebot, etwa Rewe Lieferservice, Edeka24, Amazon Fresh und Getnow (Kooperation mit Metro).

Den größten Lebensmittel-Lieferdienst betreibt der Konzern Rewe. Rewe kann nach eigenen Angaben mittlerweile neun von zehn Haushalten erreichen.