Im neuen ICE gibt es eine bessere Klimaanlage, mehr Platz für Fahrräder und ein besonderes Lichtkonzept: Das soll uns morgens wach machen und abends entspannen.

Dass unser Körper auf Licht reagiert, wissen wir alle. Viel Licht macht uns wach - und schummriges Licht macht uns müde. Es kommt aber nicht nur darauf an, wie hell oder dunkel ein Licht ist, sagt Lichtforscher Oliver Stefani, sondern auch auf die Farbe des Lichts.

"Man weiß erst seit 2001, 2002, dass es im Auge Rezeptoren gibt, die nicht dem Sehen dienen, sondern die unsere innere Uhr steuern."

Diese Sensoren oder Lichtmesser im Auge, sagt Lichtforscher Oliver Stefani, reagieren besonders auf blaues Licht: "Wenn blaues Licht in der Umgebung ist, dann wird Melatonin unterdrückt, das heißt, wir bleiben wach."

Wir sind also mit blauem Licht aufmerksamer und leistungsfähiger - das weiß auch die Deutsche Bahn und hat ihren neuen ICE 4 mit einem besonderen Lichtkonzept ausgestattet: Morgens ist das Licht eher blau, abends wird es rötlich.

Blau macht wach, rot entspannt

Das funktioniert soweit, bestätigt Oliver Stefani. Und das bedeutet auch, dass unsere Bildschirme und Displays mit ihrem hohen blauen Lichtanteil, uns wach machen. Wer abends also müde werden will, sollte nicht mehr vor dem Rechner sitzen.

Das Licht der Natur anpassen

Apropos künstliches Licht: Momentan forscht Oliver Stefani an den künstlichen Lichtverhältnissen in Büros. Seine These: Dieses dauerhaft gleiche Licht macht uns müde. Ein "Virtual Sky", auf dem virtuelle Wolken ziehen, könnte da helfen. "Wir wollen wissen, ob das wacher macht", sagt er. "Die Beleuchtung, so wie sie jetzt ist, ist eigentlich die falsche."