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"Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können", sagte Bundeskanzler Merz. Arbeiten wir tatsächlich zu wenig? Der Wirtschaftswissenschaftler und Arbeitsforscher Stefan Süß hat eine Antwort.

Lifestyle-Teilzeit: Der Begriff meint junge Menschen, die keine Lust haben, richtig anzupacken und zu arbeiten. Dabei geht es um Arbeit im Sinne von Erwerbsarbeit, also bezahlter Arbeit. Wenn heute über Arbeit gesprochen wird, mischen sich öfters auch Vorwürfe in die Debatte.

Der Wirtschaftswissenschaftler Stefan Süß untersucht, was Studien zum Thema Arbeit sagen.

"Es gibt eine Bandbreite an Gründen über flexiblere Arbeitszeiten zu sprechen."
Stefan Süß, Wirtschaftswissenschaftler, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  

Die Aspekte und Fragen sind vielfältig:

  • Wie haben sich die Arbeitszeiten in Deutschland entwickelt, wie im internationalen Vergleich?
  • Wie flexibel wird in Deutschland gearbeitet? Welche Vor- und Nachteile haben flexible Arbeitszeiten?
  • Wie viel wird in Teilzeit gearbeitet, von wem und aus welchen Gründen?
  • Wie produktiv sind wir?

Die Antworten, die die Forschung liefert, stellt Stefan Süß in seinem Vortrag vor.

Arbeit verliert an Bedeutung

Klar ist: Arbeit ist ein enorm wichtiger Bestandteil im Leben vieler Menschen, in vielen Dimensionen. Arbeit wirkt sich inhaltlich, zeitlich, örtlich, sozial und auch gesundheitlich auf die Erwerbstätigen aus.

Doch bei jungen Menschen nimmt die Bedeutung von Arbeit eher ab.

"Das sind die Verschiebungen: Familie und Freizeit gewinnen an Bedeutung, Arbeit verliert an Bedeutung."
Stefan Süß, Wirtschaftswissenschaftler, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  

Wichtiger als die Frage nach der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, sei jedoch die Produktivität, so Stefan Süß. In dieser Hinsicht schneide Deutschland gut ab.

Wenn nun aber die demografische Entwicklung dafür sorge, dass es schwierig wird, ausreichend Arbeitskräfte zu finden, müsse man schauen, welche Stellschrauben man drehen könne.

"Wir holen aus einer Arbeitsstunde in Deutschland schon sehr viel raus."
Stefan Süß, Wirtschaftswissenschaftler, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  

Sinnvoll sei es, vor allem für gesündere Arbeit und geringere Krankenstände zu sorgen. Denn Krankheit ziehe immer Folgekosten nach sich: Zum Beispiel krankheitsbedingte Ausfalltage, Vertretungskosten, Überstundenkosten oder auch Kosten für Maßnahmen zur Wiedereingliederung.

Stefan Süß lehrt Betriebswirtschaftslehre, mit dem Schwerpunkt auf Organisation und Personal an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort hielt er am 10. März 2026 im Rahmen der Bürgeruniversität Düsseldorf in der Reihe oeconomicum live - Wirtschaft erleben! seinen Vortrag Müssen wir mehr und länger arbeiten? Wir müssen gesünder arbeiten!.

Shownotes
Lifestyle-Teilzeit
Arbeiten wir zu wenig?
vom 06. November 2026
Moderation: 
Katja Weber
Vortragender: 
Stefan Süß, Wirtschaftswissenschaftler, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Beginn des Vortrages: Zahlen zur Arbeitszeit-Entwicklung in Deutschland
  • Wie will die junge Generation arbeiten?
  • Arbeitszeit und Produktivität
  • Arbeit und Gesundheit
  • Ideen und Thesen für gesündere Arbeit