"Das Mädchen und der Träumer" von Dacia Mariani folgt einem Traum, der Wirklichkeit wird - und einem Mann, der nicht aufgeben kann. Nach dem Tod der eigenen Tochter verfolgt der Lehrer Nani die Spur eines verschwundenen Mädchens.

Nani Sapienza kämpft mit seinen Träumen, er kämpft mit dem Fieber. Vor allem aber ringt er mit seiner Vergangenheit. Denn den Tod seiner Tochter Martina, die an Leukämie starb, kann er nicht verkraften. Im Roman "Das Mädchen und der Träumer" von Dacia Maraini findet der Protagonist Nani schließlich eine neue Aufgabe - sein Wegweiser und Schutzengel dabei, ist seine eigentümliche Fantasie.

Wirre Realität, realistische Träume?

In der Nacht hat Nani von einem Mädchen geträumt, mit einem roten Mantel, weißen Gummistiefeln und einer braunen Schultasche. Am Morgen kann er fast nicht glauben, was er im Radio hört: Ein Mädchen wird vermisst und die Beschreibung aus seinem Traum passt auf sie.

Nani, der eigentlich Grundschullehrer ist, stürzt sich in die Aufgabe, herauszufinden, was mit dem Mädchen passiert ist: redet mit Nachbarn, Schülern, liest alles Verfügbare über das Verschwinden, versucht, Tathergänge zu rekonstruieren. Angetrieben wird er dabei von einem Raben, der wie eine Art zweite Persönlichkeit auf seiner Schulter sitzt. Doch nur Nani kann ihn sehen.

Keine Spur, kein Aufgeben

Doch Nanis Bemühungen bleiben zäh und schwierig: Das Mädchen bleibt verschwunden. Während sich seine Umgebung, auch Eltern und Lehrer, in der Schule so benehmen, als habe es das Mädchen nie gegeben, lässt er nicht locker. Er trägt ihre Geschichte weiter und ahnt noch nicht, wie nah er dabei der Wahrheit kommt.