Mit ihrem Romandebüt „Detransition, Baby“ lässt die US-amerikanische Schriftstellerin Torrey Peters Horizonte erweitern. Sie erzählt von Ames, von Reese, von Transfeindlichkeit, Identitätssuche und Sex.
Ames kommt als Junge zur Welt. Schon früh probiert er heimlich die BHs seiner Mutter an und mag, wie sich das anfühlt. Von trans Menschen erfährt Ames aus dem Internet. Später wählt er den Namen Amy für sich selbst aus.
Aus dem Jungen wird eine Frau – zunächst in einem Männerkörper. Erst durch eine Transition wird Amy auch äußerlich zu der Person, die sie innerlich schon ist.
In Reese findet sie eine Partnerin, die sie versteht, weil Reese ebenfalls trans ist. Außerdem ist Reese witzig, mutig, liebenswert und schön, findet Amy. Ihre Beziehung hat jedoch leider kein Happy End. Nach fünf Jahren ist es aus zwischen den beiden.
Die Detransition zu akzeptieren, fällt Reese schwer
Danach vergehen nochmals drei weitere Jahre, bis Reese wieder von ihrer Ex hört. Reese weiß, dass Amy die Transition rückgängig gemacht hat und wieder als Mann lebt – mit Bart, in Anzügen und ohne Brüste. Das zu akzeptieren, fällt Reese jedoch schwer.
"Es ist leicht, Reese und Ames zu mögen, und es ist auch leicht, ihren Lebenswegen zu folgen – vorausgesetzt, man bleibt dran. Wer abdriftet, verliert den Anschluss."
Ames wird Vater. Katrina, die Schwangere, Ames’ Vorgesetzte und Geliebte, wusste bis dahin nicht, dass Ames früher als trans Frau gelebt hat, und fühlt sich aufgrund der Heimlichtuerei verletzt. Sie überlegt, ob sie das Kind behalten soll.
Ames kämpft mit anderen Schwierigkeiten: Er fühlt sich nicht wie ein Vater, möchte das Kind aber dennoch bekommen: gemeinsam mit Katrina – und Reese.
Ein Kind zu dritt bekommen?
Reese findet die Idee absurd, gleichzeitig aber auch schön und furchtbar. Sie hat sich immer ein Kind und eine Familie gewünscht, aber nicht so. Sie fragt sich, ob das funktionieren kann und wenn ja, wie.
Die Autorin:
Die US-amerikanische Autorin Torrey Peters erlangte mit ihrem Debütroman "Detransition, Baby“ (2021) internationale Bekanntheit und wurde als erste offen transgeschlechtliche Frau für den Women's Prize for Fiction nominiert. Für dieses Werk erhielt sie 2022 zudem den prestigeträchtigen PEN/Hemingway Award. Im Jahr 2025 veröffentlichte sie den vielbeachteten Erzählband „Stag Dance“, der ebenfalls großen literarischen Erfolg feierte.
Das Buch:
"Detransition, Baby“ von Torrey Peters, aus dem Englischen übersetzt von Frank Sievers und Nicole Seifert, Ullstein, 460 S., gebundene Ausgabe (Hc.): 24 €, Taschenbuch: 13,99 €, eBook: 10,99 €, ein Hörbuch gibt es auch, gelesen von Britta Steffenhagen, ca. 16 € oder im Stream, ca. 12 Std. lang; ET: 31.03.2022
