Das perfekte Buch für den Moment...

...in dem du die Nacktfotos deiner Eltern findest.

"Die Stellung" von Meg Wolitzer ist das perfekte Buch für den Moment, in dem du beim Ausmisten Nacktfotos deiner Eltern findest.

Eltern-Sex ist für die Kinder eigentlich immer peinlich. In der Regel lässt sich die Erinnerung an den Zufallsblick ins elterliche Schlafzimmer aber ganz gut verdrängen (oder verarbeiten). Anders ergeht es den vier Mellow-Geschwistern in Meg Wolitzers Buch "Die Stellung": sie können dem Ganzen nicht entkommen. Mutter und Vater Mellow haben einen Sexratgeber herausgebracht, natürlich illustriert mit Bildern der Eltern selbst.

"Elektrisierende Versöhung"

Die Geschichte beginnt im Jahr 1975. Hier entdecken die vier Geschwister - zwischen 6 und 15 Jahre alt - das Buch der Eltern. Sie sind schockiert und gleichzeitig fasziniert. Zum Beispiel von der Stellung "Elektrisierende Versöhnung", eine akrobatische Sexübung, die sich die Eltern selbst ausgedacht haben.

Das Buch der Eltern wird zum Bestseller. Und während die Eltern die sexuelle Revolution und ihren Ruhm feiern, erleben die Kinder etwas Anderes. Erleben mitleidige Blicke im Ort und schämen sich furchtbar in der Schule.

"'Die Stellung' von Meg Wolitzer ist ein Buch über Sex, aber nicht nur. Es geht auch darum, wie eine Bilderbuch-Familie ein Problem bekommt, weil sich Scham nicht einfach ablegen lässt - und selbst nach 30 Jahren noch schmerzhaft sein kann."
Lydia Herms, DRadio-Wissen-Literatur-Rezensentin

Die eigentliche Geschichte aber spielt sich viele Jahre später ab, als die Kinder längst erwachsen sind und die Eltern längst getrennt. Auslöser dafür, dass "Die Stellung" wieder ins Gedächtnis der Kinder gelangt, ist die Idee des Verlags, den Bestseller aus den 70er Jahren erneut auf den Markt zu bringen. Ein Vorhaben, von dem die Mutter begeistert ist, das bei den anderen Familienmitgliedern aber auf unterschiedliche Begeisterung stößt. Beim Ex-Mann Roz, beim Sohn Michael, der keinen Orgasmus mehr bekommt, bei Claudia, die ständig zweifelt oder bei Holly, die das alles nichts angeht.

Den Unterschied - und den wahren Kern dieser Familiengeschichte - macht aber Dashiell, das jüngste Mellowkind. Er ist glücklich - und er hat Krebs. Und plötzlich geht es um etwas ganz Anderes.