"Fair Play" von Louise Hegarty erzählt von einer Nacht, die für Abigail viel bedeutet und plötzlich alles verändert hat: Ihr Bruder wird an seinem 33. Geburtstag tot aufgefunden. Wie ist das passiert? Und wie macht man jetzt weiter?
Nichts ist schlimmer für Abigail als eine endlose To-do-Liste – und nichts ist schöner. Alles muss perfekt sein: der Ort für die Party, das Motto des Abends, ihr Zusammensein unter Freund*innen.
Abigail hat wie immer alles alleine organisiert. Das ist ein Umstand, den sie gleichermaßen genießt und hasst.
"Was sich auf den ersten 50 Seiten mühelos weg liest wie der Auftakt zu einem Miss-Marple-Fall, wird zu einem ungewöhnlichen Verwirrspiel, aber anders als man erwartet."
Dieses Mal soll aber alles perfekt werden. Es geht schließlich um Benjamin, ihren großen Bruder, der ihr so viel bedeutet. Sein 33. Geburtstag soll unvergesslich werden.
Das Krimi-Dinner
Dafür hat Abigail einiges an Zeit und Geld investiert, obwohl sie es sich finanziell nicht leisten kann. Es wird ein Krimi-Dinner mit dem Thema Goldene Zwanziger in einem Anwesen aus dem späten 18. Jahrhundert geben. Das Haus liegt auf einer Anhöhe mit Kiesauffahrt, hat einen großen Garten und so viele Zimmer, dass diesmal alle Gäste ein eigenes haben können. Abigail kennt die Freund*innen ihres Bruders seit Jahren, nur zwei sind neu dabei.
Das Dinner läuft wie geplant. Benjamin spielt lässig seine Krimi-Rolle und lässt sich mit Champagner, Torte und Gesang feiern. Aber am nächsten Morgen ist er tot. Die Polizei stellt schnell fest, dass er Suizid begangen hat. Für Detektiv Auguste Bell sieht die Sache aber ganz anders aus. Er vermutet Mord – wie Abigail. Benjamin und Suizid? Niemals. Darum hat sie Bell dazu geholt.
Wie mit Trauer umgehen?
Bell ermittelt zwar so, wie alle es von ihm erwarten: Er durchsucht Schubladen, stellt Fangfragen und zieht selbst Unmögliches in Erwägung. Er sammelt Indizien und hüllt sich in Schweigen. Aber er macht das tatsächlich nur in Abigails Kopf – während sie zu Hause eine Beerdigung organisieren, eine Wohnung auflösen, sich im Büro vom Mitleid der anderen erdrücken lassen und irgendwie mit dem Verlust klarkommen muss. Sie braucht das. Sie muss sich das Unvorstellbare vorstellen und erklären können.
Das Buch:
"Fair Play" von Louise Hegarty. Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Eva Bonné. dtv Verlag, 346 Seiten. Hardcover: 25 Euro, E-Book: 18,99 Euro, Hörbuch, gelesen von Peter Kämpfe: 19,89 Euro. Erschienen am 19.02.2026
Die Autorin:
Louise Hegarty wurde in Cork, Irland geboren. Dort lebt sie noch heute. Ihre Kurzgeschichten wurden unter anderem in "The Stinging Fly" und "The Dublin Review" veröffentlicht. "Fair Play" ist ihr erster Roman.
