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"Junge mit schwarzem Hahn" ist das Romandebüt von Stefanie vor Schulte und erzählt die Geschichte des elfjährigen Martin und dessen Freund, der schwarze Hahn. Es ist eine düstere Zeit, in der Martin lebt, ausgegrenzt und gemieden. Dennoch ist es eine Heldengeschichte voller Mut und Liebe.

Der Roman gleicht einem Märchen, in welcher Zeit es sich ereignet bleibt ungewiss, jedenfalls lange bevor technische Errungenschaften das Leben der Menschen leichter machten. Den kleinen Martin trifft als dreijähriges Kind ein harter Schicksalsschlag: Sein Vater, vielleicht in völliger Verzweiflung, vielleicht einfach vollkommen von Sinnen, tötet seine Mutter und Geschwister.

Aberglaube statt Hilfsbereitschaft

Martin überlebt den Blutrausch des Vaters, wie ein Schutzengel sitzt ein schwarzer Hahn bei ihm, als die Dörfler Martin zwischen den Leichen finden. Aberglaube und Angst lassen sie zurückschrecken und den kleinen Martin sich selbst überlassen.

Wie durch ein Wunder überlebt der kleine Junge, meistert Hunger, Kälte und Einsamkeit. Sein steter Begleiter – der Hahn. Martin lernt, sich Nahrung zu beschaffen, im Dorf zu betteln oder sich eine Zwiebel und einen Apfel zu verdienen, indem er die Tiere aus dem Dorf in den Wald zum Fressen treibt und hütet.

Angeborene Güte, Klugheit und Freundlichkeit

Bei allem, was er tut, ist er freundlich und klug. Die Dörfler beschämt das, denn sie sahen den leibhaftigen Teufel in ihm damals, als er neben seiner toten Familie hockte. Doch die Dörfler, vor allem drei Männer, die das Sagen haben, wollen auf seine klugen Worte nicht hören, sie verhöhnen und verprügeln Martin. Er bleibt ruhig, er kennt keinen Groll.

"Martin nimmt es ihnen nicht übel - er kennt keine Wut."
Lydia Herms, Deutschlandfunk Nova-Rezensentin

Doch eines Tages kommt der Reiter, der jedes Jahr ein Mädchen und einen Jungen aus dem Dorf raubt, und holt sich die Tochter einer Dörflerin. Niemand macht Anstalten, das Kind zurückzuholen. Deshalb fasst Martin einen Plan: Er will den Reiter finden und die geraubten Kinder retten. Er ist elf Jahr alt, als er mit dem Hahn unter seinem Hemd das Dorf verlässt. Ein freundlicher Maler nimmt ihn mit.

"Der Maler weiß nicht, was Martin vorhat, wohin es ihn zieht, und welche Rolle der Hahn dabei spielt, aber er weiß: Dieses Kind ist etwas Besonderes, und wer das nicht sieht, hat dessen Liebe nicht verdient."
Lydia Herms, Deutschlandfunk Nova-Rezensentin

Das Buch:

"Junge mit schwarzem Hahn" von Stefanie vor Schulte, erschienen bei Diogenes, 227 Seiten, gebundene Ausgabe (Hardcover): 22 Euro, E-Book: 18,99 Euro, Hörbuch-CD: 22 Euro, Hörbuch-Download: 15,95 Euro, gelesen von Robert Stadlober; ET: 25.08.2021.