Apps, Tools und Programme machen es immer einfacher, Bilder zu manipulieren. Und die bearbeiteten Fotos sind selten als solche erkennbar. 

Wissenschaftler der Universität Warwick haben mit einem Online-Fragebogen getestet, ob wir erkennen können, dass ein Foto im Original vorliegt oder ob es bearbeitet ist. Den Versuchsteilnehmern wurden zehn alltägliche Fotos gezeigt. Und sie wurden darauf hingewiesen, dass es um Fotomanipulation geht. 

Erkennst du Original und Fälschung? - Mach' den Test... (University of Warwick)

Trotzdem gelang es vielen Betrachtern nicht, zu erkennen, ob ein Foto bearbeitet wurde. Nur 66 Prozent der Teilnehmer lagen mit ihrer Annahme richtig. Das war ein bisschen besser, als wenn sie nur geraten hätten. 

Mann mit Fisch in Original-Foto.
© Sophie Nightingale, University of Warwick

Veränderte Bildinhalte

Zum einen nahmen die Forscher Änderungen vor, die nicht plausibel sind: Beispielsweise sind alle Schatten im Bild auf der rechten Seite, nur im Gesicht der Personen ist er auf der linken. 

Ein anderes Beispiel: Am Ufer eines Sees steht ein Baum am anderen Ufer. In der Wasserspiegelung erkennt man eine dunkle Stelle. Hier hat jemand einen Baum in die Lücke reinkopiert, die Lücke in der Wasserspiegelung aber nicht bearbeitet. 

Zum Anderen waren es aber auch plausible Änderungen, die etwas subtiler waren: Das Gesicht der gezeigten Person wurde aufgehellt, oder ein Boot wurde auf das Wasser gesetzt, aber im Originalfoto ist ursprünglich keines vorhanden.

Mann mit Fisch in bearbeitetem Foto.
© Sophie Nightingale, University of Warwick

Die Studienteilnehmer haben sich schwer damit getan, Fakes zu erkennen. Selbst, wenn sie erkannt haben, dass das Foto manipuliert ist, konnten sie nur in der Hälfte der Fälle angeben, welche Stelle des Fotos verändert wurde. Skeptische Versuchspersonen haben ein bisschen besser abgeschnitten als andere. 

Spezielle Software, um Fakes zu erkennen

Bei Fotowettbewerben gab es bereits mehrfach Skandale, weil Fotografen bearbeitete Fotos eingereicht hatten. Zum Beispiel 2016 beim Nikon Photo Contest. Inzwischen gibt es spezielle Software, um Foto-Fakes leichter zu erkennen. 

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