Der Maulwurf ist ein seltsames Tier, um das sich viele Mythen ranken. Er kann aber einiges: Sehr gut hören, navigieren mit seinem Schwanz - und dem Weibchen eine Art Keuschheitsgürtel anlegen.

Maulwürfe gelten als blind. Das stimmt aber nicht. Man hat früher lediglich die kleinen Augen, die etwas versteckt im Fell liegen, einfach übersehen. Die Augen der Tiere sind aber tatsächlich nicht besonders gut. Maulwürfe können nur zwischen hell oder dunkel zu unterscheiden, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

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Dagegen verfügt der Maulwurf aber über ein derart ausgezeichnetes Gehör, dass er eine Insektenlarve, die sich in 200 Metern Entfernung in seinem Tunnelsystem herumtreibt, schnell und präzise orten kann. 

Auch der Maulwurfschwanz ist sehr hilfreich. Der ist mit hochempfindlichen Tasthaaren bestückt und wird von Wissenschaftlern gerne als Blindenstock bezeichnet. Die Länge des stummelartigen Schwanzes entspricht genau dem Radius der gebuddelten Tunnelröhren. So kann der Maulwurf ständig seine Umgebung abtasten.

"Mehr als zwölf Stunden ohne Nahrung überleben Maulwürfe nicht - das heißt, die müssen ständig essen."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte

Maulwürfe haben eine unglaublich hohe Stoffwechselrate und müssen darum sehr viel essen. Eine einzige Maulwurf-Tagesration entspricht in etwa der Hälfte des eigenen Körpergewichts. Schwierig wird das im Winter, weil Maulwürfe keinen Winterschlaf halten. 

Deshalb legen sich die Maulwürfe in einer speziellen Kammer einen Vorrat aus Regenwürmern an, um diese kalte Jahreszeit zu überbrücken. Damit die Würmer frisch und am Leben bleiben, beißen die Maulwürfe ihnen einfach die vorderen Körpersegmente ab. 

Fortpflanzung und Keuschheitsgürtel

Nach erfolgreicher Paarung wird es übrigens sehr eigentümlich. Die Maulwurfsherren verpassen den Damen eine Art Keuschheitsgürtel. Der Liebhaber hinterlässt nach der Paarung einen harzähnlichen Pfropfen in der Scheide des Weibchens. Der wird schnell hart und hält bombenfest. Das Männchen sorgt so dafür, dass nur er seine Gene an das Weibchen weitergeben kann.

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Maulwurf-Mode

In den 1920er Jahren kamen aus Maulwurfsfellen hergestellte Jacken, Hüte und Mäntel für kurze Zeit groß in Mode. Viele Bauern sind damals auf ihren Äckern und Wiesen darum gezielt auf Maulwurfsjagd gegangen, um die Felle der Tiere teuer zu verkaufen. 

Aber so unvermittelt, wie Maulwurfspelz in Mitteleuropa hip geworden war, so plötzlich war er wenige Jahre später auch wieder out. Verantwortlich für den Niedergang war, dass Maulwurfsfelle nicht sehr robust sind und daher an stärker beanspruchten Stellen schnell unschöne Abnutzungserscheinungen aufwiesen, so Tierexperte Mario Ludwig.