Max Roser ist Ökonom und beschäftigt sich an der Elite-Uni in Oxford mit Lebensstandards. Sein Schluss: Uns geht es besser denn je.

Wenn wir die Nachrichten verfolgen, ist es zurzeit nicht besonders leicht, an das Gute in der Welt zu glauben: Terror, Kriege, Menschen, die vor all dem flüchten, Rechtsextremismus - die Liste lässt sich beliebig verlängern. Aber es gibt jemanden, der neben all diesen schrecklichen Nachrichten Gutes zu vermelden hat. Der Ökonom Max Roser sagt: Die Welt ist gar nicht so schlecht. Er sagt das, obwohl er in seinen Forschungen besonders auf Einkommensverteilung, Wachstum und Armut schaut.

"Bevor ich die Arbeit angefangen habe, habe ich von den meisten Entwicklungen eher ein negatives Bild gehabt, so wie die meisten Leute, die sich die Statistiken nicht anschauen."
Max Roser, Ökonom

Ein Beispiel ist die Kindersterblichkeit. Wenn wir nur etwa 60 Jahre zurückblicken, dann lag die Kindersterblichkeit bei 18 Prozent. Das bedeutet: Ungefähr jedes fünfte Kind weltweit hat damals seinen fünften Geburtstag nicht erlebt. Heute liegt die Sterblichkeit bei knapp über vier Prozent.

"Wahrscheinlich ist es wichtig für uns zu sehen, dass manche Anstrengungen, die wir jeden Tag hinter uns bringen, ein positives Ergebnis haben - aber dass diese Nachricht in den meisten Medien keine große Plattform findet."
Max Roser, Ökonom

Die Verbesserung zeigt sich in Statistiken vor allem bei der Betrachtung langer Zeiträume - hinweg über mehr als hundert Jahre. "Das bedeutet nicht, dass die Welt gut ist, so wie sie heute ist", sagt Max Roser. Und vor allem lasse sich daraus nichts über die Zukunft ablesen, denn schließlich seien wir dafür verantwortlich, wie sich die Welt weiterentwickeln werde.

Max Roser ist Ökonom und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Oxford. Seine Hauptinteressen sind Wachstum und die Verteilung von Lebensstandards. Aufgewachsen in Kirchheimbolanden in der Pfalz, hat er Wirtschaft, Philosophie und Geowissenschaften in Berlin und Innsbruck studiert. Seit 2012 arbeitet er in Oxford.