Wir alle haben gute Chancen, alt zu werden. Nur: Wer soll uns pflegen, wenn wir das selbst nicht mehr können? Eine denkbare Option sind Pflegeroboter.

Welchen Beitrag zur Pflege die sogenannte Pflegerobotik leisten kann, wurde am 7. und 8. Dezember 2017 auf der Tagung "Genese und Folgen der Pflegerobotik" an der Technischen Universität in Berlin besprochen.

Grundsätzliche Fragen zum Thema hat eingangs Bettina-Johanna Krings aufgeworfen, Leiterin des Forschungsbereichs Wissensgesellschaft und Wissenspolitik am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie. Sie hielt den Vortrag "Are we entering in a robot society? Zum Einsatz von Robotertechnologien in der Pflege".

"Die Frage müsste lauten: Welche Pflege wollen wir in der Zukunft haben, und welche Technik unterstützt uns dabei?"

Mitunter hilft ein Blick ins Ausland, um eigene Entwicklungen besser zu verstehen: Ein in Deutschland beliebtes Beispiel für ein Land, das geradezu verrückt ist auf Robotertechnik, ist Japan. Meldungen über die roboterfreundlichen Japaner haben bei uns Konjunktur.

Die Japanologin Cosima Wagner schaut sich diese vermeintliche Begeisterung in ihrem Vortrag: "'Roboter Revolution' im staatlichen Auftrag? Anmerkungen zur Genese und den Folgen der Pflegerobotik in Japan" genauer an.

"In Japan gibt es einen ganz starken Technology Push vonseiten der Regierung. Dem gegenüber steht eine noch sehr skeptische und ablehnende Haltung seitens der Pfleger und Pflegeeinrichtungsleiter."

Hier gibt es noch einen Bonustrack, ein weiterer Vortrag dieser Tagung. Die Soziologin Pat Treusch von der TU Berlin hat sich mit dem am KIT entwickelten Haushaltsroboter Amar 3 beschäftigt. Ihr Vortrag heißt: "Humanoide Roboter als alltägliche Gefährten? Zu aktuellen (Neu-)Verhandlungen der Mensch-(Pflege)Roboter-Schnittstelle"

"Wir sollten die Frage verschieben auf: Welche Mensch-Roboter-Schnittstellen entstehen gerade? Und welche sollten entstehen?"
Podcast zur Sendung
  • Hörsaal
  • Moderatorin: Katja Weber
  • Vortragende: Bettina-Johanna Krings, Leiterin Forschungsbereich Wissensgesellschaft und Wissenspolitik am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT ITAS)
  • Vortragende: Cosima Wagner, Japanologin, wissenschaftliche Bibliothekarin an der Freien Universität Berlin
  • Vortragende: Pat Treusch, Soziologin Technische Universität Berlin