In Deutschland ist die Zahl der Studierenden stark gestiegen. Mehr Studis bedeutet für Mensen mehr Essen. Die sind aber leider nicht mitgewachsen. Die Studentenwerke fordern deshalb von Bund und Ländern 800 Millionen Euro für den Ausbau.

2,8 Millionen Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben - 850.000 mehr als noch vor sieben Jahren. An der Anzahl der Mensen hat sich seither nichts getan. Die Studentenwerke betreiben bundesweit 900 Mensen und Cafés. Das bedeutet im Unialltag noch viel längere Schlangen als noch vor ein paar Jahren. Deshalb haben die Studentenwerke Bund und Länder aufgefordert, 800 Millionen Euro in den Ausbau der Mensen zu investieren.

Wer in der Mensa isst, muss Zeit mitbringen

In der Kölner Unimensa hat sich unsere Reporterin Azadê Peşmen in die Schlange gestellt. Das günstigste warme Essen kostet dort 1,80 Euro: Möhrengemüse mit Rauchwurst. Das klingt wirklich günstig. Vegetarisch kostet immerhin 2,35 Euro. Geschmacklich überzeugt das nicht alle Studenten. Was ebenfalls weniger überzeugt, ist die Wartezeit. Die Mittagspause wird unfreiwillig immer länger: Langes Schlangestehen ist zumindest in der Zentralmensa Köln Alltag.

"Mehr Studierende brauchen nicht nur mehr Lehrpersonal und Betreuung, sondern auch mehr Platz in den Mensen."
DRadio-Wissen-Reporterin Azadê Peşmen

Die Studis stehen teilweise 15 Minuten an. Auch ein Sitzplatz ist danach nicht immer frei. Mancher Student verdrückt sein Essen da schon mal in der Kinderecke. Unsere Reporterin hat mit Achim Meyer auf der Heye gesprochen. Er ist der Generalsekretär der Deutschen Studentenwerke. Zu wenig Platz ist das eine, aber auch die Taktung der neuen Studiengänge ist ein Problem, erklärt er: "Viele Studierende und auch Hochschulangehörige wollen zwischen 12:45 Uhr und 13:30 Uhr essen gehen. Da gibt es durchaus noch einen Ausbaubedarf."

"Es geht ja hier um Investitionen. Natürlich könnten wir die aufs Essen umlegen, aber der Auftrag ist doch preiswertes Essen anzubieten - auch dem Geldbeutel der Studierenden entsprechend."
Achim Meyer auf der Heye ist der Generalsekretär der Deutschen Studentenwerke

Das Essen in den Mensen kann zu so niedrigen Preisen angeboten werden, weil die Studentenwerke dafür staatliche Zuschüsse bekommen. In Nordrhein-Westfalen sind es fünf Millionen Euro. Aus den Sozialbeiträgen der Studierenden fließen weitere 4,7 Millionen in das Mensaessen, die Cafés und Restaurants. Leider bleibt nicht genug Geld übrig, um die Mensen zu modernisieren und auszubauen. Sollten Bund und Länder auf die Forderung des Studentenwerks eingehen, könnten diese Probleme angegangen werden.