Anne Demmer ist unsere Korrespondentin in Mexiko. Sie hat mit Freunden und Familienangehörigen von Verschwundenen gesprochen. Menschen, die einfach nicht mehr da sind.

In Mexiko verschwinden Menschen. Über 25.000 sollen es sein, die unter ungeklärten Umständen einfach so verschwunden sind. Niemand weiß, ob sie tot sind. Falls sie noch leben, weiß niemand, wo sie sind. Verantwortlich dafür sind zumeist die Drogenkartelle, die das Leben in Mexiko mitbestimmen, sagt Anne. Aber auch die staatlichen Sicherheitskräfte sind teils involviert.

"Die Menschen haben wenig Vertrauen in die Institutionen."
DRadio Wissen-Korrespondentin Anne Demmer in Mexiko

Vielen Menschen fehlt deshalb das Vertrauen in die staatlichen Stellen. Manche Fälle von Verschwundenen werden deshalb gar nicht angezeigt. Auch haben die Menschen teils Angst zur Polizei zu gehen - sie fürchten Rache.

Anne war im Norden Mexikos zur Recherche unterwegs. Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2011: 300 Menschen sollen in einem kleinen Dorf getötet worden sein. Es war vermutlich der Racheakt eines Drogenkartells. Zunächst wurde über dieses Massaker nicht gesprochen, es gab keine Untersuchung. Nun beginnt langsam die Aufarbeitung, aber auch nur schleppend und nicht vollständig.

Anne traf auf Menschen, die ihre Familienangehörigen und Freunde suchen, die verschwunden sind. Für manche der Zurückgebliebenen wird diese Suche zur Lebensaufgabe. Sie studieren Jura, sie engagieren sich in Menschenrechtsgruppen. Teils werden sie sogar bedroht, wenn ihre Suche zu erfolgreich scheint.

Die Mexikaner und ihr Übergewicht

Die Gewalt in Mexiko ist ein Thema. Ein anderes ist das Essen. Das ist sehr lecker, sagt Anne. Aber auch etwas fettig. Hinzu kommt, dass die Mexikaner auf Softdrinks stehen und dass es kaum Grünflächen gibt, um Sport zu machen. Mexiko hat heute die meisten Übergewichtigen weltweit. Es gibt Kampagnen gegen das Dicksein, die ein wenig wirken. Sogar an Bushaltestellen wird Werbung für Bewegung gemacht.