Seit einem Jahr gibt es die Mietpreisbremse. Trotzdem steigen die Mieten weiter. Unter anderem, weil das Gesetz jede Menge Grauzonen bietet. Denn für möblierte Wohnungen gilt die Mietpreisbremse zum Beispiel nicht.

Update:

Das Empirica-Institut schreibt in einer Stellungnahme: "Der Anteil möblierte Wohnungen unter den Immobilieninseraten steigt, aber vermutlich vornehmlich wegen steigender Nachfrage durch Pendler etc., weniger wegen der Mietpreisbremse."

Wie die Süddeutsche Zeitung recherchiert hat, werden in Großstädten immer mehr möblierte Wohnungen angeboten. Die dürfen nämlich teurer vermietet werden als Wohnungen ohne Möbel, weil noch ein Zuschlag für die Einrichtung draufkommen darf. Für solche Wohnungen gilt die Mietpreisbremse praktisch nicht.

Vor vier Jahren wurde nur 35 Prozent aller Wohnungen in München möbliert angeboten. Inzwischen sind es 60 Prozent aller Wohnungsangebote. Auch in anderen Großstädten steigt die Zahl der möblierten Wohnungen - die dann bis zu 80 Prozent teurer vermietet werden als ohne Einrichtung.

Mietpreisbremse funktioniert nicht

Ob wirklich die Mietpreisbremse schuld ist, lässt sich dabei nicht hundertprozentig belegen. Mietervereine vermuten, dass einige Eigentümer damit tatsächlich die Mietpreisbremse umgehen wollen. Auf jeden Fall verschleiert der Möbelzuschlag, wie hoch die Kaltmiete tatsächlich ist. Ein Beratungsunternehmen, mit dem die SZ gesprochen hat, sagt aber auch: Geschäftsleute und Studenten würden immer häufiger möblierte Wohnungen nachfragen, weil sie immer nur kurz an einem Ort wohnen.

Doch egal welche Theorie da jetzt zutrifft: Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Mietpreisbremse nicht richtig funktioniert. Denn die Vermieter haben im Prinzip nichts zu befürchten, wenn sie eine Wohnung neu vermieten und mehr als die maximal zehn Prozent über dem Durchschnitt der üblichen Miete fordern. Die Mietpreisbremse gilt außerdem nicht für Neubauten oder wenn eine Wohnung saniert wurde.