Einfach einen Designerstuhl aus dem Netz runterladen, Holzplatte besorgen, auf Start klicken und später alles zusammenstecken? Das geht: mit einer CNC-Fräse. Normalerweise kosten solche Industriemaschinen Tausende von Euros - mit der Maslow-CNC-Fräse geht der Möbelbau jedoch viel günstiger.

Die Maslow-CNC ist eine Erfindung von Bar Smith, Hannah Teagle und Tom Becket aus Portland, Oregon. Auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter hatte deren Konzept einer hängenden Oberfräse, die man samt der Baumarktteile des Gestells für etwa 500 Dollar zusammenbauen kann, äußerst viel Zuspruch erhalten. Auch unser Netzbastler Moritz Metz gehört zu den vielen Enthusiasten dieses revolutionären Open-Source Fräskonzepts.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Die Maslow-Gemeinde vereint ein sehr freundliches Internetforum, ein gut gepflegter Github-Account sowie der "Community Garden", wo Bauanleitungen, Software, Ersatzteile und tolle Konstruktionszeichnungen für eigene Holzprojekte geteilt werden. Von Schildern über Möbel, Spielzeuge bis hin zu echten Booten oder kleinen Häusern ist fast alles möglich, wie auch eine Beispielgalerie zeigt. Und andere Seiten bieten ebenso CNC-Vorlagen, zum Beispiel das Portal Opendesk. Selberzeichnen geht mit jedem CAD-Programm, oder mit dem neuen Maslow Create.

Ein kleiner Schnitt für die Fräse, ein großer Schritt für unseren Netzbastler

Wegen der hohen US-Versandkosten und Zölle - und um selber möglichst viel zu lernen - hat Moritz eine Art europäische Maslow-CNC zusammengestellt. Getriebemotoren aus derselben Fabrik, ein selbstgelötetes Arduino-Shield, externe L298N-Motorcontroller, DIN-Rollenketten (06B-1) und diverse "Vollhartmetall-Spiralnutfräser" mit 8mm Schaft.

Das eigenständige Zusammensuchen der Teile hat zwar Zeit gekostet, aber Spaß gemacht. Fertig kalibriert ist die Fräse zwar noch nicht, aber in Netzbastel-Ausgabe 125 macht sie ihren ersten Schnitt, um in späteren Ausgaben garantiert noch öfters aufzutauchen.

Nachbau der Maslos-CNC-Fräse
© Moritz Metz
Moritz' Maslow ist fast fertig gebaut - die Riesenmaschine füllt den halben Werkstattschuppen aus.
Maslos-CNC-Fräse
© Moritz Metz
Statt aus Dachlatten hat Moritz den Rahmen aus 40x40mm-Stahlstangen geschweißt - er lässt sich in vier Teile auseinandernehmen.
Kette der Maslos-CNC-Fräse
© Moritz Metz
Die Motoren zum Antrieb der Ketten haben eine Untersetzung von 1:291, eine Umdrehung des Kettenrades erfordert also fast dreihundert Umdrehungen des Motors, was ihn sehr stark macht.
Technik der Maslos-CNC-Fräse.
© Moritz Metz
Ein Arduino Mega (links oben), drei Motorcontroller (Mitte) sowie ein Rasperry Pi (links unten) steuern die Motoren und damit den den Fräs-Schlitten. Ein großes Netzteil (rechts) liefert den Strom, der Not-Aus-Schalter für Oberfräse und alle Motoren hat auch manchmal eine gewisse Bedeutung.
Webbasierte Steuerung der Maslos-CNC-Fräse
© Moritz Metz
Allererste Fräsung geglückt! Über die webasierte Steuerung hat Moritz manuell ein Rechteck ausschneiden lassen, das eigentlich ein Quadrat werden sollte - eine ordentliche Kalibrierung ist nötig.