Manche Menschen weigern sich einfach, eine Gesichtsmaske zu tragen. Andere können sie aus medizinischen oder psychischen Gründen nicht tragen und können ein ärztliches Attest vorweisen, das sie von dieser Pflicht befreit. In der Öffentlichkeit werden sie oft beschimpft oder angepöbelt.

Viele von uns wissen nicht, dass es Menschen gibt, die zum Beispiel aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit werden. Wer Lungenerkrankungen hat, beispielsweise schweres Asthma, Allergien und körperlich oder psychisch beeinträchtigt ist, der kann im Einzelfall von einem Arzt ein Attest bekommen.

Es kann vorkommen, dass diese Menschen von anderen als Maskenverweigerer oder Corona-Leugner wahrgenommen werden. Manchmal werden diejenigen, die von der Maskenpflicht befreit wurden, von anderen beschimpft oder angepöbelt, sagt Bärbel Brüning, die Geschäftsführerin des Landesverbands "Lebenshilfe NRW" ist.

"Ein Großteil der Bevölkerung kennt die Gründe nicht, deshalb muss man mehr aufklären. Diese Menschen werden für Corona-Leugner gehalten und teilweise beschimpft.
Bärbel Brüning, Geschäftsführerin des Landesverbands Lebenshilfe NRW

Für Bärbel Brüning ist klar, dass die Bevölkerung aufgeklärt werden muss, damit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Schutzmaske tragen können, nicht diskriminiert werden. Genau aus diesem Grund hat sie sich an die Öffentlichkeit und an Medienanstalten gewandt.

Diskriminierend: Viele lehnen eine Armbinde ab

Inzwischen gebe es viele Werkstätten, die für Menschen, die von der Maskenpflicht befreit wurden, eine Armbinde nähen, sagt die Geschäftsführerin des Landesverbands Lebenshilfe NRW. Oft lehnen diejenigen, die diese Armbinde tragen könnten, es aber ab, das zu tun. Eine visuelle Kennzeichnung, wie sie von sehbehinderten Menschen oft genutzt wird, empfinden einige Menschen als diskriminierend.

Bärbel Brüning wünscht sich insgesamt beispielsweise von Busfahrern und Supermarkt-Mitarbeitern mehr Verständnis. Statt kategorisch das Betreten von Geschäften oder Fahrzeugen zu verbieten, helfe es manchmal, nachzufragen. Auch von Mitbürgern erwartet Bärbel Brüning mehr Offenheit, statt mit Wut oder Unverständnis zu reagieren.

"Menschen mit geistiger Behinderung verstehen oft nicht die Zusammenhänge, aus denen sie einen Mundschutz tragen sollen."
Bärbel Brüning, Geschäftsführerin der Lebenshilfe NRW

Bärbel Brüning hält nach eigener Aussage gar nichts davon, dass Menschen sich von der Maskenpflicht befreien lassen, obwohl dies aus medizinischen oder psychischen Gründen nicht notwendig ist. Die Ärztinnen und Ärzte müssten verantwortungsvoll mit Attesten umgehen, sagt sie.