In Myanmar, dem Land, das früher mal Birma hieß, wird gewählt. Es könnte tatsächlich eine relativ freie Wahl werden und damit vielleicht ein Schritt in Richtung Demokratie. Aung San Suu Kyi ist das Gesicht dieser Hoffnung. Die "Lady" und Friedensnobelpreisträgerin will Chefin der Regierung werden.

Es sieht gut aus für Aung San Suu Kyi: Die Prognosen, dass sie die Wahl am Sonntag gewinnt, sind positiv. In den Städten und auf dem Land ist es unbestritten, dass die Kämpferin für Demokratie mit ihrer Partei "Nationale Liga für Demokratie" die klare Favoritin ist. Ob sie aber an die Macht gelangt, ist trotzdem offen: Dafür müsste sie von 67 Prozent der Abgeordneten unterstützt werden, sonst wird sie wohl nicht zur Ministerpräsidentin gemacht.

"Egal wen man fragt: Aung San Suu Kyi ist in Myanmar die Lichtgestalt der Demokratie."
Udo Schmidt, Korrespondent in Myanmar

Aung San Suu Kyi hat Feinde, vor allem die Militärs würden sie am liebsten fernab der Politik sein. Sie haben auch dafür gesorgt, dass sie keine Chance hat, Präsidentin zu werden, dafür haben die Armeeangehörigen die Verfassung gegen sie geschrieben. Die derzeitige Regierungspartei besteht vor allem aus Soldaten. Aung San Suu Kyi gibt sich trotzdem selbstbewusst: "Sie hat gerade erst betont, sie dulde niemanden über ihr", sagt Myanmar-Korrespondent Udo Schmidt.

Militärs, Demokratiebewegung und radikale Buddhisten

Es drohen Unruhen in Myanmar und die Bürger stellen sich die bange Frage: Wenn die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an die Regierung kommt, lassen sich die Militärs das gefallen, bleiben ihre Truppen in den Kasernen? "Ich glaube nicht, dass wir in Myanmar einen Militärputsch sehen werden, wenn Aung San Suu Kyi an die Macht kommt", schätzt Udo Schmidt die Situation ein. Und dann gibt es noch die radikalen Buddhisten, die massiv gegen Muslime im Land vorgehen - sie wollen auch lieber die aktuelle Regierung behalten.

Das ist Myanmar

Myanmar in Südostasien ist ein extrem armes Land. Wohlstand und Entwicklung kommen nur in der Millionenstadt Rangun an, das Land hingegen verwahrlost. Viele Menschen haben gerade genügend Geld, damit sie nicht verhungern. Udo Schmidt stellt fest: "Das wird noch Jahre und Jahrzehnte dauern, das Land zu entwickeln."