Batterien aus ganzen Zitronen gibt es schon lange. Viel Power haben die aber bekanntlich nicht. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass verarbeitete Früchte in Batterien mehr Saft haben.

Forscher vomHelmholtzinstitut in Ulm haben einen Akku entwickelt, der auf Apfelmaterial beruht. Die Forscher trocknen dazu Apfelreste, so wie bei Apfelchips. Dann werden diese Reste mit einer Säure behandelt, die der Frucht die restliche Feuchtigkeit entzieht. Zum Schluss werden die Reste fein gemahlen - heraus kommt ein schwarzes Pulver. Das ist letztlich das sogenannte Aktivmaterial, das die Forscher für die Batterie verwenden.

Batterie aus Apfelpulver

Das Pulver kommt in die negative Elektrode der Batterie. Das ist der Teil, der Elektronen über den Minuspol abgibt. Hier fließt der Strom raus. Das neue kohlenstoffbasierte Material aus Apfelresten hat super Eigenschaften: Es reagiert stabil und hat eine hohe Kapazität, so die Studie.

"Also die haben jetzt keinen Akku aus Apfelmus gemacht, sondern für ihren Akku Apfelreste chemisch verarbeitet. Daraus haben sie ein organisches Material für ihren Akku erhalten."
Jakob Vogel aus den Wissensnachrichten

Auch der Pluspol kommt ohne umweltschädliche Stoffe aus. Hier steckt Kobalt drin. Das besteht aus Natriumoxiden. Natrium steckt als Alkalimetall zum Beispiel in unserem Kochsalz. Im Kobaltpluspol der Batterie findet die eigentliche Speicherung der Energie statt. Auch nach über hundert Ladezyklen kamen die Forscher immer noch auf die gleichen Leistungsdaten: als Energiespeicher für Akkus also ziemlich gut.

"Die Forscher sagen, es gingen auch frische Äpfel vom Baum. Aber es soll ja auch darum gehen, besonders nachhaltig zu sein. Und da bietet es sich an, alte Biomasse zu verwenden, also die Reste."
Jakob Vogel aus den Wissensnachrichten

Die Apfelbatterie wird es aber wahrscheinlich nicht ins Tablet oder Handy schaffen. Das liegt daran, dass solche Natrium-Ionen-Batterien einfach größer sind, als unsere üblichen Lithium-Ionen-Batterien. Es geht bei dem Projekt eher um große Energiespeicher, zum Beispiel für Wind- oder Solaranlagen.