Nepal leidet unter der Corona-Pandemie. Es fehlt an medizinischer Versorgung und an internationaler Hilfe. Und dann bleiben auch noch die Einnahmen aus dem Bergtourismus aus.

Nepal ist schwer getroffen von der Corona-Pandemie. Schwerkranke werden in Stühlen behandelt und auf dem Flur. Viele Menschen sterben, weil sie keine ausreichende Behandlung bekommen, berichtet Peter Hornung, ARD-Korrespondent für Nepal.

"In einigen Krankenhäusern gibt es überhaupt keine Betten, da werden die Schwerkranken in Stühlen behandelt und auf dem Flur."
Peter Hornung, ARD-Korrespondent für Nepal

In Nepal stehen viele der höchsten Berge der Welt. Ihn zu besteigen, ist das Ziel vieler Extrembergsteiger. Das Coronavirus hat mittlerweile auch das Everest-Basecamp erreicht. Zwar gibt es Ärzte im Basislager, aber die Behandlungsmöglichkeiten dort sind eingeschränkt.

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Peter Hornung geht davon aus, dass die Bergsteiger-Saison wie auch im letzten Jahr ausfallen wird. Für das Land wäre das eine große finanzielle Einbuße. Der Staat und viele Menschen sind auf das Einkommen aus dem Bergtourismus angewiesen.

Rund 9000 Euro zahlen Bergsteiger für eine Genehmigung für den Everest, eine Expedition kostet um die 30.000 bis 40.000 Euro, wenn man eine nepalesische Firma beauftragt.

Regierung mit der Situation überfordert

Die Politik scheint mit der Situation in Nepal überfordert und hilflos, sagt Peter Hornung. Der Regierung in Nepal wird vorgeworfen, die Pandemie unterschätzt zu haben. Die wiederum flüchtet sich derzeit Lügen. So hat der Gesundheitsminister vorgerechnet, wie viel freie Betten es noch geben würde. In den Krankenhäusern weiß man davon nichts.

"Der Regierung in Nepal wird vorgeworfen, die Pandemie einfach unterschätzt zu haben. Die sind im Augenblick im Prinzip damit beschäftigt, Sachen zu leugnen."
Peter Hornung, ARD-Korrespondent für Nepal

Im Nepal kommt bisher nur wenig internationale Hilfe an.

Hochrechnungen zufolge könnte es im Juli 800.000 Corona-Fälle in Nepal geben. Für ein solch kleines Land wäre das eine Katastrophe. Korrespondent Peter Hornung: "Nepal, das ist ziemlich sicher, wird sich nicht selbst helfen können."